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Jesu? Theilnchmcr am Reiche Gottes? — Wer »lüchte die ent-schliche Behauptung wagen?
Alles Beobachte» kirchlicher Uebuuge» und heibigcr Gebräuche,diese Wcrkhciligkcit, welche cs mit Gebeten, Fasten, Genuß derSakramente und dergleichen abthun zu können glaubt, ist eitelund fruchtlos zur Seligkeit, wenn cs nicht einen göttlichen,menschenfreundlichen, zu allem Guten und Beglückenden hinstrebcn-den Sinn in »ns erweckt. Denn die Liebe Gottes und des Menscheu ist die Frucht des Glaubens. Darin wird Jedermann er-kennen, sprach Jesus selbst, daß ihr meine Schüler seid, so ihrLiebe unter einander habet, (Joh. 13, 35.) Ihr sollet aber euer»Nächsten lieben, wie euch selbst. (Matth, 22, 39.) Nicht dieHerr! Herr! zu mir sagen, werden in mein Reich eiugehen, son-dern die den Willen thun meines Vaters im Himmel, An ihrenFrüchten soll man sie erkennen. Der Glaube, wenn er nichtWerke hat, ist todt. Was hilft cs, lieben Brüder, wenn Jemandspricht, er habe de» Glauben, und hat doch nicht die Werke?Kann auch der Glaube allein ihn selig machen? (Jak. 2, 14— 17.)
Und wenn ich mit Menschen- und mit Engelznngen redete,und hätte der Liebe nicht: so wäre ich ein tönendes Erz oder eineklingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßtealle Geheimnisse, »nd hätte allen Glauben, also, daß ich Bergeversetzte, und hätte der Liebe nicht: so wäre ich nichts. Undwenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leibschmachten, und hätte de) Liebe nicht: so wäre mir cS nichtsnütze. (l.Kor. 13, > — 3.) Dahin sei unser Trachten! Amen