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6 (1853)
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Liebe, wie er mich gclicbct hat. Denn alle Erfahrungen meinesLebens haben auch mich, wie einst die Apostel, überführt, daßin keinem Andern Heil sei, als nur allein in ihm; kein Glückder Seelen, keine innere Zufriedenheit, als in ihm und durch ihn.

Wohl vertraute ich oft meiner Klugheit, daß sie mir ein an-genehmeres Loos verschaffen könne. Aber meine besten berech-neten Entwürfe scheiterten an unerwarteten Zufällen. Nur wennich in der Einfalt Jesu blieb; ihm treu, nach seinen Vorschriftenhandelte; mit frommer Ergebung in die Führungen der Vor-sehung, Nichts von der Welt, Nichts durch Menschengunst, Allesvon Gottes Segen erwartete: nur dann geschah oft, was ichnicht vorhcrsah; innerer Frieden erfüllte mich, und die größtenGefahren zogen wie verblassende Schattenbilder an mir vor-über. Wohl hing ich oft mit liebendem Gcmüthe an Freun-den, und baute eine Welt auf ihre Treue; Freundschaft, glaubteich, sei des Lebens dauerhaftestes und reinstes Glück. Ach, trau-rige Erfahrungen lehrten mich ein Anderes. Nichts Wandelbare-res als Menschensinn, nichts Trüglicheres als ein Menschenherz.Ich ward vergessen. Ich liebte umsonst. Aber die Liebe Zesuzur Menschheit war auch Liebe zu mir. Er führte meinen Geistzu dem, der der Menschen einiger Freund war, zu meinem Gott.Hier ward ich glücklich, hier nie verloren; und jeder neue Tagdes Lebens bestätigte mir meines himmlischen Vaters unendlicheGnade. An jedem Morgen ist seine Liebe neu. Darum willich an Zcsum halte». Auch ich erkenne: in ihm wohnte die ganzeFülle der Gottheit leibhaftig. Zch will Jcsnm wieder lieben mitder überirdischen treuen Liebe, wie er mich geliebct hat. Dennauch ich habe, wie einst die Apostel, mit allem Nachdenken undForschen, noch nichts Vollendeteres, GenngthucndercS und Gött-licheres gefunden, als die ewigen Wahrheiten, die er uns ver-kündet hat. Wohl habe ich nach den Schulen der Weisen