Druckschrift 
6 (1853)
Seite
420
Einzelbild herunterladen
 

420

W-

Auch die Freunde und Freundinnen Jesu wurden beruhigterinr Laufe der Stunde» ihre Thränen mußten versiegen. Abc'mit ihren Thränen und Schmerzen hörten nicht ihre großen Ent-schlüsse auf. Ihre Gesinnungen gegen Jcsum blieben sich glciy-Keine Zeiten verminderten jene erste, liebevolle Bcgcistermg.Mit jenem heiligen Feuer, mit jener Unerschrockenheit, mit jmerSehnsucht, ihm gleich zu werden, wie sic am Tage der Pfingstenvor dem erstaunten Volke Jerusalems geredet hatten, gingen sichinaus in alle Welt, und Predigten die Himmelsbotschaft desErlösers der Welt. Petrus, Johannes, Jakobns alle diehohen Gefährten Jesu wurden durch ihr Schicksal von einandergerissen, in entfernte Gegenden und Weltthcile zerstreut. Sic,die vorher nur in dem engen Umfang ihres jüdischen Vater-landes gelebt hatten, wenig oder nichts von den Sitten, Gesetzen,Religionen und Sprachen anderer Völker gewußt hatten, zogenhinweg in die Fremde, den Willen und Befehl ihres Meisterszu vollziehen. Sic hatten in der jüdischen Hcimath nur dürftigvon der Arbeit ihrer Hände, oder durch Unterstützung begüterterFreunde, den Unterhalt ihres Lebens gewonnen. Womit solltensie sich in unbekannten Ländern Nahrung und Bekleidung ver-schaffen? Diese Sorge bekümmerte sic nicht, schreckte sic von demgroßen Unternehmen nicht zurück, zu welchem sic Jesus berufenhatte. Mit Muth und Glauben traten sic aus unter den ver-schiedensten Völkern nur wenige von ihnen sasen sich in diesemLeben wieder. Freunde, Brüder, Aeltcrn, Schwestern, Vater-land, Vermögen, Alles opferten sie auf, ihren heiligen Zweckzu erfüllen. Nun sahen sie sich von nie gesehenen Gegenständenumringt; sie sammelten im Fortgang der Jahre unter allerleiNationen die merkwürdigsten Erfahrungen. Sie lernten dieWeisheit des gepriesenen Indiens, die sinnreichen Werke desgriechischen Geistes, die hohe Bildungsstufe des weltbehcrrschcn-