Unglücklichen, daß sie Keiner kennen will, und daß sic von denenam ersten gemieden werden, die vormals in glücklicher» Zeitenihre größten Bewunderer, ihre Verehrer, ihre Schmeichler waren?
Allein die Jünger Zesu blieben ihrer Liebe und Verehrungauch unter dem schrecklichsten Schicksale treu, welches ihremLehrer, ihrem Freunde widerfuhr, und Petrus, der einen Augen-blick nur aus Mcnschenfnrcht wanken konnte, wusch mit den bit-tersten Thrcincn der Reue die Schmach seiner Seele ab. Alleblieben vereint. — Siegreich erschien er ihnen noch einigemalwieder, nachdem er die Bauden des Todes gesprengt hatte.
Mit heiliger Ehrfurcht, mit frommem Entzücken empfingen sicihn; nicht mehr mit jener ruhigen Zutraulichkeit, wieder Menschde» Menschen, sondern wie eine verklärte Erscheinung bessererWelten; — mit heiliger Ehrfurcht, mit frommem Entzücken sahensie ihn zurückschweben. — Die Jünger Jesu waren einsam. Sicwaren ohne Jesum. Sie waren ohne Trost.
Aber himmlische Tröstung kam über sie am feierlichen Tageder Pfingsten. Ihre Gemiither alle entbrannten vom heiligenGeiste. Sie erhoben sich Alle. Sie predigten Jesum und seinHimmelreich laut. Sie zitterten nicht mehr vor der Wuth desPöbels, vor dem Haß der Priester, vor dem Richterstuhl derGroßen, vor dem Thron der Herrscher, ihn, und immer ihn,und nur ihn zu bekennen.
Der Zustand, die GcsinnnngSart und das Betragen der JüngerJesu, als sie ohne Jesum waren, ist für mich sehr wichtig undherzerhcbcnd. Es liegt darin selbst für meine Gesinnungsart überJesum viel Belehrendes, und verdient wohl der Gegenstandfrommer Betrachtungen zu sein an diesem Tage. Versetze ichmich im Geist in die Lage der Jünger, die nun für ihre ganzeLebenszeit von ihrem Wohlthäter, Lehrer und einzigen Freundgetrennt waren: so fühle ich die Tiefe ihres Schmerzes und die