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6 (1853)
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sie ist die Auflösung und das Zerfallen des Alten, was untaug-lich geworden ist, und dem Neuern und Bessern Platz machensoll. Die Wahrheit siegt, wenn auch erst über den Gräbernihrer erste» Bekenner.

Daher zittere nicht vor der Macht zeitlicher Tyrannen, welchelichtscheu in alter Finsternis; herrschen wollen, und den Zeugender Wahrheit Verbannung, Kerker und Blutgerüst bereiten. IhrTrotz ist vergeblich. Mit irdischen Waffen tödtet man das Gei-stige nicht. Durch Schrecken können sic wohl eine Zeit lang dieZungen lähmen, nie aber die stille, thätige Regsamkeit der Gei-ster. Ueber die Geisterwelt gebietet kein Sterblicher, und trügeer die Kronen von allen Wcltthcilen; dort herrscht nur der ScepterGottes! Herodcs befahl einst im grausamen Wahnsinn denMord der Kinder zu Bethlehem, und heute, nach zweitausendJahren, feiert eine erlöste Welt den Sieg der Wahrheiten, welchedas Kind von Bethlehem sprach. Hohepriester und Schriftgc-lchrte vcrtheidigten mit Wuth die Dauer des mosaischen Gesetzesund die hergebrachte Ehrfurcht der Völker vor Jerusalems Hei-ligthümern gegen den Verkündiger des Evangeliums; aber Jeru-salem und der Tempel zerfielen in Staub, und die VerehrerMosis wurden über den weiten Erdball zerstreut und flüchtig,und das Evangelium Jesu ist der Stolz des bessern TheilS derMenschheit geworden.

Zürnend gegen die ewige Wahrheit fochten die Priester derheidnischen Götter gegen die ersten Bekenner Jesu. Noms Be-herrscher wüthctcn in vielfachen Verfolgungen gegen die Veräch-ter der alten Landesreligion und der falschen Altäre. Umsonst!Diese Altäre wurden zertrümmert; Noms Macht, vor der sonstdie Welt zitterte, ward Staub, und über den Gräbern der er-mordeten Jünger Jesu erhoben sich die Tempel des einigen Gottes.

Was göttlich ist, kann nicht verderben! Und göttlich