402
Warm» Verachtung? War er »»heilig, wie sie? War er»»erleuchtet, wie sie? War er eigennützig, wie sie? Ist er nichtauch für sie in den Wclterlöscrtod zum Kreuze gegangen? Sindalle Stimmen der Geschichte Lüge geworden? Sind alle Stimmender Natnr an ihren gefühllosen Herzen ohne Macht? Ist derSchrei, ihres Gewissens, ist der Nnf ihrer Vernunft auf immerverstummt?
Spötter nnsers heiligen Glaubens, Verächter des wcltheiligen-den Jesus! feiert mit mir den Todestag des Erhabensten, dender Erdball trug. Folgt mir im Geiste auf Golgatha nach, undblicket auf zu ihm am Kreuze, wo er in der Verklärung zahl-loser Tugenden schwebt: wer ist's, wer kann diesen Gerechteneiner Sünde zeihen? wer hat von Allen, die im Staube geborenwurden, so heilig gewandelt? wer ist so heilig gestorben?
Ihr vergöttert eure Todtcn; warum schweiget ihr vom Ruhmdessen, der euch den Tod überwinden lehrte? Ihr preiset eureHelden und Eroberer; warum bleibet ihr gelassen beim Namendessen, der in der Welt erschien, um uns ein verlornes Paradieswieder zu erringen, und dieses große Reich der Geister freimachte und dem Göttlichen und Ewigen weihte? Ihr erhebetmit Lobgesängen die Tapfer», welche für den Stolz irdischerFürsten oder für die Freiheit eures engen Vaterlandes Wundentragen: blicket empor zum Kreuze des Weltheilandcs, er blutetenicht für Ruhm und Vergänglichkeit, er starb für eure Seelen!
Spötter meines heiligen Glaubens, Verächter Jesu, welchenRuhm suchst du durch deinen Spott, welche Ehre durch deineGleichgültigkeit gegen ihn? Und wäre Christus ein Mensch ge-wesen, sündig und fehlervoll wie du, aber er hätte sich für dasHeil der Menschh..t aufgeopfert: würde er nicht deiner tiefstenEhrfurcht würdig gewesen sein? Aber ach, er war mehr alsdas, und du gehst von Blindheit umfangen vorüber, und dein