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sich selbst. Er hörte ganz auf, sich anzugchöreu, ec gehörte nuruns an. Er ward nur zum Mittel, und machte unser Glück zuseinem Zweck. Es war nicht unser irdisches Glück, mit dem ersich beschäftigte, nicht die Unabhängigkeit eines Volkes, nicht Er-weiterung von Kenntnissen, nicht Vermehrung von anmuthigenLebensgenüssen und Bequemlichkeiten — nein, dies Alles warihm zu gering — sein Auge blickte auf Gott, sein Herz schlugfür das Ewige, sein Geist sah hicnieden nur das Geistige: erwollte der Erlöser unserer Seelen werden von allen Fesseln desIrdische», von den Banden sinnlicher Leidenschaften. Er wolltenicht unsere Vatcrlandc auf Erden — nein, unsere Geister wollteer frei machen, um sie vollendeter zu ihrem himmlischen Ursprungzurückzuführen.
Daher vergaß er alle Anmuth eigener LcbenSstunden; dafürließ er sich die bängsten Stunden Wohlgefallen; dafür war esihm gleichgültig, Knechtsgestalt anzunehmen; dafür sah man denblutigen Angstschweiß von seinen Schläfen träufeln; dafür ginger mit dem Muthc eines Ucbcrirdischen den schweren Todesgangnach Golgatha; dafür betete er noch mit erblassenden Lippe» zumVater des Weltalls empor vom Kreuze.
Er starb um unserer Sünden willen! Denn noch lag dieMenschheit im Schatte» des Todes; noch knieten anbctcnd diemeisten Nationen vor hölzernen oder steinernen Bildern ihrerGottheiten; noch kannten die erleuchtetsten Völker die Gottheitnicht in ihrer unaussprechlichen Größe und Vaterhuld; noch warselbst bei den Weisesten das erhabenste Ziel unsers Hierseins nureine verfeinerte Sinnlichkeit, nur Tugend um des Ruhmes willen,den sie bringt; noch war die Ahnung einer unsterblichen Fort-dauer der Seele nur bei Wenigen eine schwache, schüchterne,geheimnißvoll verhüllte Vcrmuthung; noch war das Leben desfrömmsten Sterblichen nur eine Reihe nützlicher Handlungen.