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Der gesegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Ge-meinschaft des Blutes Christi? (1. Kor. 10, 16.)
Und wer dem Tisch des Herrn naht, ohne jenen höhcrn Sinn;wem was Abendmahl nicht die Erneuerung des ewigen Bundesmit der Gottheit, nicht Vcrmählungsfest des Heiligen in ihm mitallem Heiligen der Welt ist; wer als leichtsinniger Gewohnheits-mensch, als eingerosteter Verbrecher dem Altäre naht, um Theilzu nehmen am Mahle Jesu — dem ist dies hohe Mahl kein Hei-ligungsfest der Seele; er kommt und hat es nicht genossen; erhat cs genossen, aber das Heiligthum entweiht durch seine innereUnwürdigkcit.
Wer aber unwürdig iffet oder trinket, der ifset und trinketihm selber das Gericht, daß er nicht unterscheidet den Leib desHerrn (das Höhere, Heilige, vom Irdischen). (1. Kor. 11, 29.)So sprach Paulus, der Apostel, voll schweren Ernstes. Dennschon zu seiner Zeit traten viele Neubekchrte zur Feier des Abend-mahls, ohne dessen tiefen Sinn zu kennen. Sie kamen. Nochward das Abendmahl unter ihnen begangen, wie Jesus cs mitseinen Jüngern selbst beging. Man setzte sich zu Tische, umSpeise und Trank zu sich zu nehmen. Darum ermahnte Paulusdie korinthischen Christen: Hungert Jemanden, der esse daheim,auf daß ihr nicht znm Gericht (d. i. auf daß ihr nicht zur Ent-» Heiligung des Heiligen, und daher zu eigener Strafwürdigkeit)zusammenkommct!
Sie traten voll Mißbrauch des Ehrwürdigsten zusammen, sichsatt zu essen. Das sollte nicht sein. — Heutiges Tages tretentausend und tausend Christen zusammen, mit kalten, rohen Her-zen, ohne Sinn für die hochheilige Handlung, welche sie begehen;sie treten zusammen, um eine gewohnte kirchliche Feierlichkeit mit-zumachen, oder in der Hoffnung, der bloße Genuß des Abend-mahls könne hinreichend sein, sie von allen Sünden zu reinigen.