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und nicht aus Zärtlichkeit für die Todten die Pflichten rer Zärt-lichkeit gegen Lebende vergessen. Ich will sic nicht verschmähendie göttlichen Gaben, welche mir gewährt sind, um ein frohesDasein zu haben; denn nur ein unbefangenes, freudiges Ge-müth kann seine Pflicht vollkommen üben. Und wessen Brust dasVertraue» Gottes füllt, nur der ist freudig, wenn ihm auchAlles entrissen würde, das ihm theuer wäre.
Was Gott thut, das ist wohlgcthan! Warum denn sollteich verzweifeln? — Warum sollte ich nicht glauben, daß er eswohlmcint, auch wenn er mir das Geliebteste von der Seitenimmt? Ich kann ihn nicht crrathcn, aber er kennt mein Heilund was zu meiner Seligkeit dient. Seinem Allmachtsgcbot istAlles untcrthan, denn was er will, ist jederzeit das Allerbeste;warum soll ich nicht gern mich in seinen heiligen Willen ergeben,wie er cs mit mir verfügt? Mein Weinen, mein Gebet, meineSorgfalt, meine Hilfe, ach, aller Menschen Hilfe ist am Bettedes sterbenden GeÜcbtcn vergebens, wenn Gott ihn will. HätteGoit ihn nicht gerufen, wahrlich, er wäre ohne meinen Beistand,ohne alle meine Hilfe wieder genesen, und wandelte noch beimir. — Gott rief ihn; ach, warum fordere ich dem Himmeleinen Verklärten zurück?
Wohlan denn, Vater, himmlischer, beständig wohlthuenderVater I mit kindlicher Ehrfurcht verehre ich Deine Rathschlüsse.Wohl bist Du unerforschlich: aber wie kann der schwache Men-schengeist die unendliche Tiefe Deiner Weisheit und Gnade er-gründen? Wohl sind oft die Wunden tief und blutig, welchedas weiche Menschenhcrz in dieser Welt fühlt. Ach, Vater,aber nicht Du bist es, der diese Wunden schlägt, denn Du Listimmerder Gnade, und hast kein Wohlgefallen an Deiner KinderSchmerz. Sondern, — ja, ich will es bekennen! — diese tiefenWunden schlägt Niemand, als der irrende, unwissende Mensch