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6 (1853)
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heiten seines eigenen Herzens, aus Thorheiten, die ihn oft selbstübcrmannten, aus Borurthcilen, die ihn oft selbst regierten, dieSchwachheiten, Vorurtheilc und Thorheiten Anderer. Indem erdiesen ausweicht, übt er die Klugheit im Leben, welche Jesusseinen eigenen, kindlich unbefangenen Jüngern empfahl, als ersagte: Seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie dieTauben.

So können sich Gntmüthigkcit und Klugheit in dem gleichenGemüthe paaren. Jene vermählt uns mit allem Guten des mensch-lichen Geschlechts, diese bewahrt uns vor den Unarten desselben;jene lehrt uns Jeden lieben und ehren, ohne daß diese uns zuHaß und Verachtung lockt.

Dem Reinen ist Alles rein; dem Unreinen aber und Ungläu-bigen ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Sinn undGewissen. (Tit. 1, 15.) Je mehr der Mensch sich von der Ein-falt und Güte des kindlichen Gcmüths entfernt, je mehr er vonder Selbstständigkeit seines Geistes cinbüßt, und den aus seinemFleisch und Blut entspringenden wilden Begierden untcrthan wird,je elender und verlassener steht er selbst in der Welt da. Nichtdaß die Welt vor ihm flöhe, nein, er stößt sie von sich zurückund flieht sie, weil er sic verkennt, und für so verderbt hält,als er selbst geworden. Während der Gutmüthige überall Herz-lichkeit und Gefälligkeit findet, wie er sie selbst gibt, fährt derSelbstsüchtige schaudernd vor immerwährendem Eigennutz derMenschen zurück. Er sieht keine Freundschaft, sondern HilfSbc-dürftigkeit; keine Freigebigkeit, sondern nur kluges Aussäcn fürreiche Acrntcn. Er erblickt in Allen dasjenige wieder, dessen erselbst fähig ist, und weil er in seinem Wahne glaubt, Jeder-mann sei wirklich so, und die Welt sei so trübe und unrein, wiesie ihr Bild in den trüben, unreinen Spiegel seines Gemüths