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Trauen, glauben, lieben, duloen,
Helfen Jedem, den Gott schuf;
Gern verzeih'» des Bruders Schulden:
Dies ist himmlischer Beruf.
ÄÄoher die verschiedenen Urtheile über die Welt und die Men-schen? Fast Jeder hat seine eigenen Ansichten; Jeder spricht an-ders davon. Sehr oft schon setzte mich diese Abweichung derMeinungen in Verwunderung, wenn ich mich in Gesprächen mitmeinen Freunden über mir noch nnbekanntc Personen und Ver-hältnisse unterrichten, pder mich durch sic belehren wollte, wbich mich in dieser oder jener Angelegenheit mit Klugheit bctraamsollte. Dieser munterte mich ans, sprach mir Mnth ein, wr ichBedenklichkeit äußerte; Jener warnte mich mit voller Acngtlich-keit, empfahl mir Vorsicht, und sprach mit drohender Frc>ndlich-kcit: Aber du keimst die Menschen nicht!
Allerdings ist cs mir als Christ nicht gleichgültig in dieserfür meine Handlungen hvchstwichtigcn Angclegcnhnt Heller zusehen. Sind die Menschen in der That alle so vererbt, als sievon strengen Eiferern geschildert zu werden pflgen? oder sindsie doch im Ganzen so unverdorben, wie sic oer gutmüthige,durch vielfache Erfahrungen belehrte Greis v>d Menschenkennerdarstcllt?
Je länger ich darüber nachdcnkc, und je genauer ich michselbst und meine zu verschiedenen Zeiten iver oie Welt gefälltenUrtheile, oder auch die Urtheile anderer Marschen von pcrschic-dcner Gemüthsart, prüfe, je offcnbaier wird es mir: Wirschildern die Welt selten, waS.n» wie.sie ist, son-dern nur, was wir von ihr ha-ten. Und wir haltenselten von ihr etwas And ercs,als was wir im Grundeselbst sind.
Die Welt spiegelt sich also gsacham ganz anders ab in der