menschlicher Zustand ganz anders und erhabener sein mag, alsderjenige gewesen, den ich, mir jetzt unbewußt, in einer Zeithatte, da ich noch nicht diesen irdischen Leib bewohnte?
Wir können kaum an unsere Geburt denken, ohne nicht un-willkürlich an solche Fragen zu rühren. Aber welche Antwortauch gegeben werden möge: keine befriedigt unsere Neugier. Dastehen die unübcrschrcitbarcn Grenzsteine des menschlichen Wissens.Wir traten — denn Gott winkte — aus einer unbekannten, un-crhellbaren Nacht hervor, und gehen einer andern Nacht entgegen,die nur die Gewißheit göttlicher Weisheit und Liebe erleuchtet.Möge ich schon früher im Weltall vorhanden gewesen sein odernicht, wahrlich, als vernünftiger Geist habe ich des ewigenSchöpfers Gnade zu preise», daß sie mich auf solche Stufe dergeistigen Vollendung schon erhoben hat. Wie tief stehen untermir noch andere Wesen; wie tief noch das beseelte Thier; wietiefer noch die einfachere Pflanze! — Und welches auch in derneuen GeburtSstundc meiner Seele, in der Stunde ihrer Ver-wandlung, von den Menschen Tod geheißen, ihr Schicksal, ihreneue Verbindung sein mag: Gottes Offenbarungen in der Natur,im Worte Jesu, in den Gesetzen meiner Vernunft verkünden csmir; mein Glaube an die höchste Weisheit und Liebe des Wclten-vaterS sagt es mir: jenes Schicksal wird unendlich herrlicher, alsdas menschliche hienicden sein, wenn meine Seele, durch ihreEntwickelung und Stärke gegen alles Irdische, sich eines solchenfähig gemacht haben wird.
Darum soll mein Leben auf der Erde, dies kurze, flüchtigeLeben, mit Wucher benutzt werden für die Seele, daß sie dereinstnichts Geringeres zu erwarten habe, als sic schon hienicden hatte.Darum soll mein Leben, das heißt jede That, die ich thuc, dank-bar meine Empfindung gegen Gottes Gnade verkündigen. Möchteich nie einen Tag meiner irdischen Geburt mit Thränen der Neue,
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