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zum Thiere werden; beständig beten, nie arbeiten, heißt zumunnützen Träumer und lieblosen Müßiggänger werden. Bete>md arbeite! befiehlt Gottes Wort. Ein beständiger Beter ver-nichtet durch sein träges, tbatenloscs Leben, was er in seinenGebeten gut machen wollte.
ES ist also nichts als Lanhcit und sündlichcr Wankelmuth gegenGott anzusehcn, wenn wir nicht jeden Augenblick, wo wir eswünschen, im Stande sind, lebhafte Gefühle der Inbrunst undAndacht in uns zu erneuern. Denn die größere oder geringereStärke gewisser Empfindungen ist mehr abhängig vom Zustandedes Körpers, als von nnserm geistigen Willen. — Es ist nichtals Lauheit und sündlichcr Wankelmuth gegen Gott anzuschen,wenn wir uns nicht, sobald wir es wünschen, plötzlich alle er-habenen Vorstellungen von Gott und göttlichen Dingen vergegen-wärtigen können, die wir sonst hatten. Denn auch unser Gr-dächtniß sogar hängt mehr oder weniger von körperlichen Zu-ständen ab; unter zerstreuenden Verhältnissen des Lebens ist auchder stärkste Geist nicht fähig, sich so vollkommen zu sammeln, als eres in der Einsamkeit oder in andern günstigen Umständen vermag.
Nach allein diesem wird die Beantwortung der Frage schoneinfacher: Wie kann ich mir meine guten Vorsätze und Ent-schließungen und nieine frommen Gefühle vergegenwärtigen, daßich nicht lau werde? Zch kann cs in Rücksicht der Gefühle,wenn ich nicht eine immerdar gleiche Lebhaftigkeit derselben vonmir fordere. Gott selbst fordert sie nicht, denn er gab uns dieKraft dazu nicht. Wir können einen Freund, eine Freundin,wir können Aeltern, wir können Kinder mit größter Zärtlich-keit lieben, ohne beständig in jenem Entzücken zu schwimmen,welches wir nach langer Trennung von ihnen im ersten Augen-blick des Wiedersehens zu fühlen pflegen. — Zch kann cs, sowohlin Rücksicht der Gefühle, als der Gedanken, wenn ich die dazu