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6 (1853)
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eben dadurch von der Gnade Gottes ausgeschlossen zu werden.Andere hingegen werden dies ganz gleichgültig finden, wohl garlächerlich, daß man sich deswegen mit Vorwürfe» peinige. IhreReligion gehört zn den oberflächlichen Halbreligionen, in denensic sich es bequem machen, bis ein erschütternden Schlag desSchicksals, wenn ihr Glück wankt und stürzt, wenn Alles sicverläßt, ihnen den Gedanken: Gott und Ewigkeit, bedeu-tungsvoller macht.

Was habe ich aber zn thun? Wie kann ich mir meineguten Vorsätze und Entschließungen, meine frommenGefühle immer vergegenwärtigen, daß ich nicht lauwerde?

Es ist die richtige Antwort auf diese Frage äußerst wichtigfür mein äußeres Leben in der Welt. Denn was nützt mir meineFrömmigkeit, wenn sie nicht anhaltend ist? Was mein Glaubenan Gott, wenn ich ihm so oft abtrünnig werde?Sie ist wich-tig für mein inneres Leben. Denn quälend ist cs allerdings,ivenn man in sich einen ewigen Wechsel der Grundsätze gewahrwird, und wie ma» sich niemals gleich bleibt; heute voll In-brunst gegen Gott, morgen gleichgültig, heute zerknirschten,morgen gleichgültigen Herzens ist.

Um aber richtiger antworten zu können, muß ich schlechter-dings zurückschcn auf die wahren Quellen meiner Veränderlich-keit in religiösen Angelegenheiten. Diese Quellen liegen thcilöin mir, theilsin meinen Umgebungen. Sie liegen inmir, und zwar in der Natur meiner Gefühle und meiner Ge-danken. Es ist selbst zwischen diesen ein großer Unterschied. AlleGefühle der Freude und des Schmerzes, der Hoffnung und derFurcht, oder welchen Namen sic haben mögen, sind unbeständigund ihrer Natur nach von keiner anhaltenden Dauer. Muß dochendlich selbst der größte Schmerz um geliebte Verstorbene ver-