o Unkluger, du verstandest nicht einmal dies mit rechter Lebens-weisheit zu genießen. Wie wärest du jemals wohl noch einesgrößern Looses werth gewesen?
Und du, o Jungfrau! ungewiß ist für die Zukunft dein Loos;ungewiß, ob dir Jemand die Hand als Gatte bieten wird, undwer es sei! Aber bereite dich vor, so zu werden, daß du künf-tig mit Keinem vollkommen unglücklich sein könnest. Deswegenerwarte wenig vom Schicksal, das Meiste von dir. Gewöhnedich an keine Bequemlichkeiten, die dir einst schwer sein würden,entbehren zu müssen. Dein schönster Schmuck sei Sittsamkeit,Bescheidenheit, Häuslichkeit; in de» Kleidern Reinlichkeit, Ein-falt, ohne Prachtsucht, ohne Mitmachen jeder neuesten Mode.Der vernünftige Mann wählt nie nach dem, was die Jungfrauträgt, sondern was die Frau bringt. Derjenigen gewährt er aberallezeit und mit Recht den Vorzug, die schon durch ihre äußereBescheidenheit verkündigt, daß sie wenig bedürfe und fordere,hingegen durch Ordnung, Sparsamkeit und Liebe zum Häuslichenvcrräth, daß sie Vieles zu geben fähig sei.
Mein Vater im Himmel, der Du mir nach Deinen Einsichteneinen Stand anweisest, — laß mich ihn mit Würde erfüllen: erist der beste für mich. Du hast mich berufen. Indem ich durchmeinen redlichen Eifer, ohne alle Absichten des Ehrgeizes undder Habsucht, die Pflichten dieses Standes in ihrem ganzenUmfang erfülle, erfülle ich nur Deinen heiligen Willen! Amen.