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6 (1853)
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üblichen Gebrauch der Bekleidungsart zu entfernen; es kann dieKlugheit gebieten, daß wir uns nicht in unfern Gewändern auf-fallend von dem Gewohnten auszcichncn; es kann eben so tadelns-würdig sein, sich durch veralteten Geschmack auffallend zu machen,als durch immer neue Veränderungen desselben das erste Aufsehenzu erregen: aber jederzeit soll dieser Geschmack, welcher er auchsei, nicht durch unzüchtige Entblößungen anstößig oder der Ge-sundheit des Körpers gefährlich werden.

Mag auch die Modesncht endlich das Unanständige billigen:mögen auch die Sittsamsten des weiblichen Geschlechts, ohneselbst Arges zu wollen oder zu denken, ihren vorangehendenSchwestern nachahmen, welche, ohne feinem Sinn, nur üppigdurch das Schautragen ihrer körperlichen Reize sinnliches Wohl-gefallen zu erregen gedenken: es ist nicht genug, unschuldig zusein, man soll auch die Unschuld Anderer ehren, und dem Wollüst-ling keinen Beifall entlocken. Meidet allen bösen Schein!ruft das göttliche Wort uns zu. (1. Thcss. 5, 22.)

Auch nur die leiseste Verletzung der Schamhaftigkeit ist immer-dar eine Verletzung! Unmcrklich zieht der erste Schritt denzweiten herbei. Unmcrklich erweckt die wollüstige Entblößungunreine Empsindnngen, und führt Augenblicke herbei, welche dieUnschuld des Gemüths in Gefahr bringen. Das Weib, welchesin unzüchtiger Enthüllung sich den Augen der Männer darstellt,berechtigt diese zu harten Urtheilcn, und fordert den Verdorbenenans. cs als eine Verdorbene anzuschcn. Es vergiftet durch seineUcppigkeit des Aeußern den reinen Sinn des Unschuldigen, undzeugt Verderben, an welchem es keinen Theil -zu haben wähnt.

Nicht die Modesncht allein ist die Mörderin der Sittsamkeit,dieser schönsten Zierde der Schönheit, sondern oft auch dieFreude, wenn sie in einen zügellosen Taumel ent-artet.

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