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Einfluß auf die Gcmüthsart. ES ist daher keineswegs gleich-gültig, ob wir schon in der Jugend ans Bildung des guten Ge-schmacks Rücksicht nehmen, oder ihn vernachlässigen.

Der gute Geschmack äußert sich aber im Wohlgefallen ansolcher Schönheit, welche entweder sinnlicher Ausdruck der Scclcn-schönhcit ist, oder das Gcmüth zur Liebe des Edlern und Voll-komnmcrn stimmt.

Daher ist Reinlichkeit das erste Bedürfniß des Anmuthi-gcn; sie mahnt uns unmerklich an Reinheit unserer Empfindungen.Daher ist Natürlichkeit die Hauptbcdingung des Schönen,weil das Unnatürliche ein Widerspruch mit unfern Gefühlen undVorstellungen ist, und unsere Verachtung sich an Alles heftet,was unwahr ist. Daher mißfällt uns das Gezierte und Erzwun-gene in der Benehmungsart gewisser Menschen, welche nicht inihrer Wahrheit dastchcn, sondern irgend eine Liebenswürdigkeitheucheln wollen, die ihnen in der That mangelt. Selten sindsie vermögend, das Wesen dessen, was ihnen fehlt, nachzukün-steln; immer erscheinen sie entweder mit Ucbcrtreibung oder lin-kischer Unbehilflichkcit.

Ordnung ist dieSccle des Schönen; es ist die Uebcr-einstimmung aller mannigfaltigen Theilc zu irgend einem Gan-zen; es ist eine gewisse Regelmäßigkeit, die dem Auge gefällt,und dem Verstände entspricht, auch wenn nicht immer ein be-stimmter Zweck dabei mit Klarheit erkannt wird. Diese Ord-nung und Regelmäßigkeit im Acußern findet nie so vollkommenstatt, wenn sie nicht auch im Gcmüthc dessen mächtig herrscht,der sic außer sich will. Und wieder ihre Wahrnehmung in Ge-schäften, in Gebäuden, in häuslichen Geräthen, selbst in derBekleidung, wirkt wohlthätig auf die Denkart desjenigen zurück,der sic mit Vergnügen bei Andern wahrnimmt. Denn der Triebder Nachahmung ist in der menschlichen Natur so tief eingewur-