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Stunden. Wähle lieber ernste Schriften, deren Lesung dein Nach-denken reizt, deinen Scharfsinn weckt, deine Mcnschenkcnntniß er-weitert, deine Kunde der Natur und der Gottheit vermehrt, deinHerz veredelt.
Halte, so oft dich immer von neuem der Gedanke an diePerson, die dir zu wichtig ward, überrascht, halte den einzigenSpruch fest: Bedenke das Ende! Wohin soll eine solche Nei-gung führen? — Bedenke, daß das Bckanntwcrden deiner Neigungdich lächerlich, bei Andern dich verächtlich machen muß, weil duvamit keinen rechtlichen Zweck verbindest und verbinden darfst.Bedenke, daß jede Gegenliebe, wenn du ihrer auch gewiß wärest,dich und die geliebte Person unfehlbar in Verlegenheiten, in Ver-druß, in Scham und Unglück stürzen werde.' Die Neue wirddeiner Freude nur allzufrüh Nacheilen.
Kannst du, weil cs die Umstände nicht erlauben, die Personund ihren Umgang nicht gänzlich meiden, welche die Ruhe deinesGcmüths mit Gefahr bedrohet, ohne cs vielleicht zu wissen undzu wollen: so suche diese Person und ihren Umgang wenigstensnicht geflissentlich. Entferne dich, so viel cs Wohlanständigkcitimmer gestattet; meide die Unterhaltungen mit derselben, wonicht Zeugen sind, oder wo du nicht in heiterster Stimmungscherzen könntest; stelle dich gleichgültiger und leichtern Sinnes,als du bist. Diese anfangs in dir erkünstelte Gleichgültigkeit,je anhaltender du sie festhältst, wird allmälig zur Gewohnheit,zur Wahrheit in dir werden, und du wirst deine Freiheit, deineRuhe, deine Ehre, deine Pflicht gegen dich, gegen die geliebtePerson, gegen deine und ihre Aeltern und Verwandten, gegenGott gerettet sehen — wirst deiner selbst würdig, Besieger deinerselbst, Herr deiner Leidenschaften, des göttlichen und menschlichenBeifalls würdig sein.
Ja, ich will das Herz behüten, denn aus ihm gehet das Lebew.