Druckschrift 
6 (1853)
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

l»2

Wo Gott hoch über Sternen thront,Wo Seligkeit und Liebe wohnt.

Kraft Gottes, Evangelium!

O werde du mein Eigcnthum;

Frei bin ich dann, und gut und rei»,Und würdig, Gottes Kind zu sein.

ZHarum verzagen so viele gute Menschen an ihrer eigenen Re-ligion, und daß sic ihnen nicht jene Freude gewährt, welcheGlücklichere in ihr gefunden haben? Warum treten ihrer so Vielemuthlos zurück, che sie sich in ihrem Glauben vollenden, imdChristen werden ganz in Jesu Christi Geist und Sinn? Warumwenden sich ihrer so Viele von religiösen Gegenständen hinweg,wohin sic doch immerdar von ihrer eigenen inner,, Sehnsucht ge-rufen werden, und denken, Jeder Mensch hat seinen eigene»Geist. Was Andern taugt, das taugt mir nicht. Es gibt nichts,was Allen gleich wohlthucnd znsagt, was für Alle gleich erhebendund beglückend ist. Ich muß mir meinen Glauben selber bauen.

Wie? kannst du zweifeln, daß cs hohe, seligmachendc Wahr-heiten gebe, welche zu alle» Zeiten, in allen Ländern des Erd-balls, für die gcsammie Menschheit gleich nnbcstrcitbar wcrthvolksind? Kannst du zweifeln, wenn dir dein eigenes Bewußtsein,vereint mit der ganzen Weltgeschichte, widerspricht? Wohlmag cs vielerlei Völker, vielerlei Sprachen, vielerlei Gesetzeund sogar vielerlei Kirchen geben, aber es gibt nur eine allein-seligmachende Religion! Haben nicht alle Nationen nur einenGott, den sic im Staube anbeten, so verschieden auch alle ihreVorstellungen von dem höchsten Wesen sein mögen? Habennicht alle eine Sehnsucht, eine Hoffnung zur Ewigkeit »ndVergeltung des Guten und Bösen nach dem Tode, so verschiedenauch ihre Meinungen von dem Zustande der Seelen jenseits des