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Und du, der du in kummervollen Seufzern und Gebeten andeiner eigenen Seligkeit, an aller Thcilnahme an der Erlösung,an Gottes Gnade verzweifelst, der du dich selbst unwürdig hältstder Barmherzigkeit des Herrn — prüfe, seit wann dich diesertrostlose Glaube ergriffen hat. Habe» dich Bücher, in so from-mem Sinn sie auch geschrieben sein mögen, haben dich Predigten,in so guter Absicht sie auch gehalten worden sein mögen, zu die-sem kummervollen Glauben gebracht — o dieser Glaube ist falsch!Denn wäre er wahr, so würde er dich beseligen. Das Evange-lium ist eine Kraft Gottes, selig zu machen Alle, die daranglauben, selig hier und dort. Es ist eine Kraft Gottes, unsüber die Leide» dieses Lebens zu erhöhen, nicht aber in nochgrößere Leiden zu stürzen. Meide das Lesen solcher Schriften,die dein Gcmüth verfinstern. Sic sind Mcnschcnwortc. Glaubenicht dem Menschen, denn er kann irren. Glaube dem allein,durch welchen uns Gott zur Seligkeit berufen hat, Jesu Christo.Er aber spricht: Ich bin vas Licht und das Leben; wer an michglaubt und meine Gebote hält, der wird das Leben haben. Dasaber ist der Hauptsatz aller Gebote: Liebe Gott über Alles, deinenNächsten als dich selbst!
Erheitere dich. Meide den Umgang trübsinniger Sektircr,welche lehren, daß sie näher mit Zcsn verwandt seien, als andereMenschen, die nicht zu ihnen gehöre». Gehöre wieder dem Leben,dem frohen Muthc an, deinen Freunden, deinen Freundinnen,deinen häuslichen Geschäften. Und wahrlich, der die Blume inder Wüste nicht vergißt, der wird auch dich nicht vergessen, nichtversäumen. Lebe und handle nach Jesu Lehren, wie er sic tnder Bergpredigt dem ganzen Volke, in der Einsamkeit seinenJüngern gab. Nicht nach deinen Seufzern, Gebeten, fromme»Empfindungen — nicht an dem „Herr! Herr!" wird er dich er-kennen, sondern an deinen Werken, an deinen Früchten. — Und