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6 (1853)
Seite
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sich oft nach dem Himmlischen empor, was sonst in ihrem Ge-müthe einen unbeschreiblich holden Frieden verbreitete: aber dasIrdische umklammert sie immer fester; ihre Verhältnisse mit denMenschen umher werden immer verwickelter, die Sorge um sichund ihre Kinder immer tiefgreifender. So gleichsam vomStrom des irdischen Lebens und Webens hinwcggeflnthet, er-mannt sich ihr Herz nur in einzelnen Augenblicken wieder zu demverlassenen Bessern, zu der ersten Liebe ihres Geistes, und mitSchauer und wchmüthigcr Rührung gedenken sie der ersten Gelübde.

O gedenke ihrer immerhin, meine Seele! Diese Erinnerungensind die ersten Vorgefühle eines schönem, harmlosem, heiligemLebens, dessen du thcilhaftig werden könntest! Kehre zurück zuder Kindcsunschuld, in welcher du sonst dich oft selig gefühlthast; kehre zurück zu den ersten Gelübden, welche der Ewige nochnicht vergessen hat!

Aber mit der Verjüngcrung deiner ersten Liebe, deiner frühenGelübde, hüte dich, den Fehler zu erneuern, durch welchen siebald nach ihrem Entstehen wieder nntcrgcgangcn sind. Es seinicht das rasch auflodcmde Feuer der Empfindungen, sondern einauf Uebcrzcugung und Grundsätzen ruhender Entschluß, der dichbegeistern und der Leitstern deiner Thatcn werden muß.

Erneuere mit Entzücken den schönen Schwur, Gott anzugchörcnund von nun an göttlich zu handeln; aber überlege deine Um-stande, die Beschaffenheit deiner Verhältnisse, die Denkart deinerBekannten, das Maß deiner Kräfte, das Fehlerhafte deiner Eigen-schaften, deiner Neigungen, deiner Wünsche, und frage dichprüfend: Was kannst du in deiner Lage ihn», um das muster-hafte Leben eines wahren Menschen- und Gottesfrcundes, umden erhabenen Wandel eines ächten Christen zu führen?

Darüber sinne erst in der Stille für dich nach, und glaube,cs wird der Geist Gottes es nicht an Licht in deinem Gemüthe