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Wohl bin ich schwach, und empfinde meine Schwächen. Viel-leicht kann ich zu übereilten Schritten durch meinen Leichtsinn ge-raden, vielleicht in einer auswallendcn Leidenschaft mich undDeinen heiligen Willen vergessen! Dann, dann, o mein Ge-wissen, sei du der Wächter meiner Tugend, meiner Unschuld,meiner Ruhe! Das göttliche Gefühl des Wahren und Edelnsoll mich leiten, daß ich nicht meiner selbst unwürdig werde, undnicht von Gott abfalle, nicht von Dir, o mein Jesus, meinhimmlischer Lehrer, durch dessen Wort ich mich heiligen will.

Wie kann doch alle Süßigkeit, die eine unerlaubte Handlung,ein verbotener Wunsch gewährt, den Menschen für die Martereiner beständigen Angst, einer unvermeidlichen Sclbstverachtungschadlos halten? Wie kann doch eine flüchtige, nur mit bangemHerzen genossene Lust Ersatz sein für hundert Stunden der Rene?

Nein, nein, mein Gott, mein heiliger Vater! nicht vergebenslegtest Du den Richter meiner Gedanken, Worte und Werke mirins Herz. Des Gewissens Stimme ist Deine Stimme:sollte ich sic jemals verschmähen? Nein, und sollte es mir auchnoch so bitter angchen, meine frevelhaften Begierden zu über-winden, meine unanständigen Neigungen zu bekämpfen o Gott,höre das feierliche Gelübde meiner Seele: ich will rein und vor-wurfsfrei bleiben; ich will den Spott der ganzen Welt, ich willArmuth, ich will Hunger und Elend, ich will den Tod liebertragen, als eine einzige Schuld, die mich vor mir selbst entehrt.Darf ich nur muthigcr zu Dir aufschaucn: was achte ich dannder Menschen? Bin ich mir nur Deines Beifalls bewußt, sohabe ich schon Seligkeit.

Ach, diese Empfindungen, diese Entschlüsse, die mich jetzt schonso froh machen, daß sie doch nie aus meinem Gedächtnisse weichen!Wie froh will ich dann das Glück des Lebens aus Deiner Hand