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6 (1853)
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um liebenswürdig zu erscheinen, oder die abenteuerlichen Erft»düngen einer Thöri» verehre, um richtigen Verstand zu zeigen

Bescheidenheit, Sittigkcit, Schamhaftigkeit, Einfalt, Unschuld,Natur, Wahrheit, Häuslichkeit! dies sind die edelsten Kleinodiendes weiblichen Herzens. Ihnen sollen die äußern entsprechen; nurdurch sic kann das Weib gefallen. Die, welche nicht crrvthct,durch die Art ihrer Bekleidung, durch halbe Entblößungen, leichteVerhüllungen unreine Begierden zu erregen, gesteht ein, daß siedieselben schon empfunden habe. Der feiner fühlende Mann wirdsic im Stillen verachten, der Wüstling sic unter Seinesgleichenzum Gegenstand ehrloser Scherze machen.

Die Putzsucht, diese Entartung des natürlichen Strebcns zugefallen, führt das schlecht verwahrte Herz leicht von der Thor-heit zum Verbrechen. Und Verbrechen ist doch wohl die Ver-schwendung des edelsten unter allen Erdcngütcrn, nämlich un-wicderkäuflichcr Zeit? Verbrechen ist doch wohl ein den häus-lichen Verhältnissen und Vcrmögcnsumständen nachthciliger Aufwand? Verbrechen ist doch wohl die über die Sucht zu gefallenund über die Mühen des Putzes unterlassene oder weniger strengbeobachtete Pflicht gegen Aeltcrn, Gatten, Kinder? Verbrechenist doch wohl die über den äußern Prunk versäumte innere Unschuld; die Vernachlässigung des Höchsten im Menschen, der Re-ligion; die leichtsinnige Verschcrzung der Ewigkeit?

Sollen wir uns über das Unglück so vieler Menschen längerwundern, da sie in der Verworrenheit ihres Verstandes das Ge-ringste zum Erhabensten, das Erhabenste zum Geringsten machen?Wird sich nicht endlich die Natur an ihren Verächtern rächen?Woher der Ruin so manches Wohlstandes, die Zerrüttung somanches Hauswesens, das elende Schicksal so mancher Ehen, dieVcrwilcerung so mancher Kinder?

Der Mann will durch Thatcn gefallen, um Ruhm und Ehre