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6 (1853)
Seite
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wiederherstellt. Der Mann wünscht Ehrfurcht cinzuflößcn durchKraft, das Weib Wohlgefallen und Liebe durch Anmuth. Daherist der Verschöncrungstricb dem weiblichen Geschlecht bei allenVölkern und unter allen HimmmclSstrichen cigcnthümlich. Erist Sache der Natur. Die rohesten Wilden schmücken sich mitFedern, Korallen, Muscheln und Blumen. Sie haben die Kunstvon keinen ander» Völkern gelernt. Ihre Lehrerin war die Natur,und Gott legte das Gesetz der Schönheit in seine Schöpfungen,und das Gefallen an derselben in aller Sterblichen Herz.

Dies Gefalle», dieser Trieb, daS Schöne aufzufindcn undum sich her zu verbreiten, ist bei dem weiblichen Geschlcchte amlebhaftesten und zartesten. Durch körperliche Reizbarkeit undSchwäche gehindert, an den rauhen und verwegenen Unterneh-mungen des Mannes Anthcil zu nehmen, sieht das Weib seinenWirkungskreis auf das häusliche Leben, auf die Pflege von Ael-tern und Gatten, auf die Erziehung der Fugend beschränkt. Esveredelt hier das Leben, indem cs dasselbe verschönert, und voll-streckt, durch Erfüllung des ihm von der Natur angewiesenenBerufes, die ehrwürdigsten seiner Pflichten.

Die Ordnung und Reinlichkeit im Hauöwcsen, der Putzder Zimmer und Wohnungen, die Zierlichkeit des Gcräthes, dieSauberkeit und Anmuth der Speisen, das Anständige und Ge-fällige im Umgang, wirkt mit unwiderstehlicher, wenn gleichsanfter Macht auf das Gcmüth. Wem wäre cS unbekannt, wiesehr unsere Stimmung, unsere Denkart oft von den äußern Um-gebungen geleitet wird? Und wenn wir den Einfluß der-selben nicht läugnen können, so werden wir auch der zarten, Allesverschönernden Vorsorge derer das Lob nicht versagen, welchesogar in scheinbaren Kleinigkeiten Schöpferinnen oder Vermeh-rerinncn unsers Wohlseins sind.

Immerdar steht die Religion mit der göttlichen Gesetzgebung