sich selbst genügender Unwissenheit bleibt. Dadurch entsteht jeneAbneigung gegen nützliche, ernste Arbeiten und Beschäftigungen,zu welchen ein ganz anderer Aufwand von Kräften, als einspielender Witz, als ein träumendes Dichtnngsvcrmögcn, erfor-dert wird. Aber diese Kräfte mangeln den Unglücklichen, dennim Gcistcsmüßiggang des Vicllcscns blieben sie ungeübt und er-schlafften. Personen dieser Art beurkunden nur zu bald und überallihre Unbrauchbarkeit zu den Gewerben des Lebens, und jammern,wenn man sic verkennt, während sic eben deswegen nicht dasMaß der ihnen wünschcnswerthcn Achtung empfangen, weilman sie zu gut kennt.
Wie Viele leben, verdorben durch den Fehler derLcscsncht, welche für ihren nachmaligen Stand undBeruf nicht passen; Männer, die, ohne Würdigkeit und Kraftzum Bessern, sich immerdar aus ihrem ihnen zu klein scheinendenWirkungskreise himvcgsehncn; Weiber, die in den Freuden undLeiden und Sorgen des ehelichen Standes und bürgerlichen häus-lichen Alltagslebens keine Gcnugthnung überspannter Erwartungen,keine Nahrung ihrer Einbildungskraft und Empfindelei finden,und Alles, aber nicht das gelernt haben, was zu richtiger Be-nrthcilnng ihrer Lage, zur wirthschaftlichen Hausfrau, zur treuenPflege des Gatten, zur weisen Leitung des Gesindes, zur zweck-mäßigen Behandlung der Kinder gehört.
Die wenigsten von den Schriftstellern unserer Zeit, welche sichdamit abgebcn, durch ihre Werke einer wohlgeordneten Einbil-dungskraft Vergnügen zu bringen, haben hinlängliche Erfahrung,hinlängliche Kcnntuiß der Lcbcnsvcrhältniffc und des menschlichenHerzens. Da die meisten derselben sich selbst durch Viellcscreiverdorben und nur ihre Phantasie zu Träumereien geübt haben,geben sie der Welt in ihren Büchern nur die traurigen Früchteihrer erhitzten Einbildungskraft und ihres vcrwahrloseten Ver-