lassen, und entblößest damit eine verachtungswürdige Seite deinesHeraus. Man lacht, aber entdeckt und verachtet im gleichenAugenblick den geheimen Stolz, mit welchem du auf Andereniedcrblicken zu können wähnest; deinen geheimen Neid, der dichvielleicht ehrcnrührerisch und verleumderisch macht; deine unbe-sonnene Gefallsucht, welche Bewunderung und Beifall fordert,indem sic nothwcndig in den Andern einen stillen Widerwillenerregt. Der Witz ist ein zweischneidiges Messer, mit welchemich der Eigcnthümcr weit öfter verwundet, als er damit Andernschadet. Er ist, auf solche Art beim Scherz verschwendet, einebloße Possenreißer" des Geistes, welche das Verächtliche undLächerliche mehr in sich selbst trägt, als cs au Andern deutlichnachts
Es gibt Personen, deren ganze Kunst zu scherzenni der Gabe besteht, Haltung, Geb erden und Eigen-heiten abwesender Personen durch Ucbcrtrcibunglächerlich zu machen. Diese Art des Scherzes vcrräth aller-dings viel Einbildungskraft und Geschicklichkeit, etwas von derbclachenswerthen Seite aufzufasscn, zugleich aber auch Mangelan wahrem Witz und richtigem Verstand. Es ist eine possenhafteNachäfferei, welche, selbst ohne andere boshafte Absicht, dennochfür den Abwesenden Beleidigung wird, und daher schwerlich inseiner Gegenwart obneBcsorguiß empfindlicher Vergeltung wieder-holt werden dürfte. Schon dieser Umstand bezeichnet den also ge-triebenen Scherz als einen unanständigen und unedel«, welchensich kein Zartfühlender erlauben wird.
Noch verächtlicher wird er, wenn er Naturfchlcr und unver-schuldete Gebrechen des Leibes zum Gegenstand des spottendenGelächters erhebt. Was bei guten Menschen nur Mitlcidcn er-weckt, kann nie Stoff ihres Scherzes sein. Unverstand und Herz-losigkeit zugleich sprechen sich in dergleichen widerlichen Be-