thun? — Warum wollt Ihr nicht in Eurem eigenen Hauseschlafen, das Ihr seit so langen Jahren nicht gesehen habt?"
„Es thut mir gewiß leid, Ailie; aber ich muß. Das warauch der Grund, daß ich mich Euch unkenntlich zu machensuchte, da ich fürchtete, Ihr würdet mich nicht so leicht wiedervon Euch lassen."
„Aber wohin geht Ihr denn?" fragte Ailie nochmals.„Hat man je so Etwas erlebt! Kaum seid Ihr da, so wolltIhr auch schon wieder weg, wie ein Tausendsasa!"
„Ich muß hinunter zu Niel Blaue, des Pfeifers, Gasthof,"sagte Morton. „Er kann mir doch wohl ein Bett geben?"
„Ein Bett? Ei freilich," antwortete Ailie; „aber Ihrwerdet auch dafür blechen müssen. Ich glaube, Ihr seid inder Fremde verrückt geworden, daß Ihr Euer Geld ausgebenwollt für ein Abendbrod und Bett, da Ihr doch beides um-sonst haben könnt, ja noch einen Dank dazu, wenn Jhr'smir haben wollt."
„Ich versichere Euch, Ailie, es ist ein Geschäft von großerWichtigkeit, wo ich viel gewinnen und durchaus nichts ver-lieren kann."
„Ich sehe nicht ein, wie das möglich ist, wenn Ihr damitanfaugt, vielleicht zwölf Schilling schottisch für Euer Abend-brod zu geben; aber junge Leute sind immer waghalsig, unddenken auf diese Manier zu Geld zu kommen. Mein alterseliger Herr ging einen bessern Weg, und gab das Geld nichtso leicht wieder aus, wenn er es einmal hatte."
Morton beharrte auf seinem Entschlüsse, nahm Abschiedvon Ailie und bestieg sein Pferd, um nach der kleinen Stadtzu reiten, nachdem er ihr ein feierliches Versprechen abgenöthigthatte, seine Rückkehr geheim zu halten, bis sie wieder von ihmsehe, oder höre.