45
„ES sind Reiter!" rief Macbriar; „seht doch nach, werfle sind."
„Der Feind kommt über uns!" rief Einer, der auf Mac-briars Befehl das Fenster geöffnet hatte.
Bald darauf hörte man deutlich den Hnfschlag vielerPferde und laute Stimmen rings um das Haus- Einigerüsteten sich zum Widerstande, Andere zur Flucht. Thürenund Fenster wurden mit einem Male erbrochen, und die Roth-röckc erschienen im Zimmer.
„Nieder mit den blutigen Rebellen! — denkt an CornetGrahame! — erscholl es von allen Seiten.
Die Lichter wurden zwar umgestürzt; aber bei demScheine des Herdfeuers wurde das Gefecht fortgesetzt. EinigePistolen wurden abgeschossen; der Whig, welcher Morton zu-nächst saß, empfing beim Anfstehen einen Schuß, taumeltegegen de» Gefangenen, den er mit sich fortriß, und auf demer, ein Sterbender, lag. Dieser Zufall bewahrte Mortonwahrscheinlich in der Gefahr, der er in einem so dichten Hand-gemenge, zwischen Flintenschüssen und Schwerthieben, ausge-setzt war.
„Ist der Gefangene gerettet?" hörte er endlich Claver-house's wohlbekannte Stimme fragen. „Seht nach ihm, undschafft den Hund fort, der hier stöhnt."
Beide Befehle wurden vollzogen. Die Seufzer des Ver-wundeten wurden durch einen Degenstoß beschwichtigt, undMorton ward von der Last befreit, emporgerichtet und vondem treuen Cuddic in die Arme geschlossen, der vor Freudeweinte, als er sah, daß das Blut, womit sein Herr bedecktwar, nicht seinen Adern entströmt sei. Flüsternd erklärte erMorton, wie cs zugegangen, daß die Soldaten so zur rechtenZeit erschienen waren.