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Geschmack eines besseren wie wohl schon entarteten Zeitalters,diente zugleich als Thor, um den Fremden in die Stadt ein-zulassen. Auf dem Gipfel stand eine eherne Statue der Sie-gesgöttin, welche die Wagschale der Schlacht zu GunstenTheodostus geneigt hielt, und da der Künstler Reichthum zei-gen wollte, wenn's an Geschmack fehlte, so verschafften diegoldenen Zierden, womit die Inschriften eingesetzt waren,dem Thore leicht seinen volksthümlichen Namen. Figuren,die aus einer älteren und für die Kunst glücklicheren Zeitherstammten, schauten von den Mauern, ohne mit dem Ge-schmack, worin diese erbaut waren, übereinzustimmen. Dieneueren Verzierungen des goldenen Thors hatten zur Zeitunserer Geschichte einen ganz andern Charakter als jene In-schriften, welche den zur Stadt zurückgebrachten Siegund den ewigen Frieden als durch das Schwert des KaisersTheodostus gewonnen rühmten. Vier oder fünf Kriegsmaschi-nen zum Schleudern großer Wurfgeschosse standen auf demTriumphbogen, und der Bau, der ursprünglich nur zur Zierdeerrichtet worden war, mußte nun zur Vertheidigung dienen.
Es war zur Abendzeit und die kühle, erfrischende See-luft lud die Wanderer, deren Geschäfte nicht dringend waren,ein, sich auf dem Weg zu verweilen, und einen Blick auf denromantischen Thorweg und die zahlreichen merkwürdigen Ge-genstände zu werfen, welche Constantinopel in Kunst undNatur dem Einheimischen und Fremden darbot.
Ein Individuum jedoch betrachtete die Merkwürdigkeitenmit mehr Eifer und Erstaunen, als man es von einem Ein-heimischen hätte erwarten können, und in seinem lebhafte»und unruhigen Auge las man den Eindruck, den der neueund ungewohnte Anblick auf ihn machte. Dem Anschein nachwar es ein fremder Kriegsmann, der nach der Gesichtsfarbe