Unsere Erzählung geht zu Ende. Der Marguis von A—,durch die fürchterlichen Gerüchte, die umliefen, erschreckt, undum das Wohl seines Verwandten besorgt, kam den folgen-den Tag an, um seinen Verlust zu betrauern, und nachdemer ohne Erfolg die Nachsuchung nach dem Leichnam erneuerthatte, kehrte er heim, um in dem Geräusche der Staatsge-schäfte das, was vorgefallcn war, zu vergessen.
Nicht so Caleb Balderstone. Wenn weltlicher Vortheilden alten Mann hätte trösten könne», er war in seinem letz-ten Alter besser damit versehen als in früheren Jahren. Aberdas Leben hatte seinen Reiz und Geschmack für ihn verloren.All sein Denken und Fühlen, sein Hoffen und Fürchten, seinVergnügen und Leiden hatte seinen Ursprung in der engenVerbindung mit der Familie, die nun erloschen war. Er hieltsein Haupt nicht länger aufrecht, er entsagte seinen gewöhn-lichen Gängen und Beschäftigungen und schien nur Vergnü-gen daran zu finden, in den Gemächern des alten Schlossesherumzuschleichen, die der Herr von Ravenswood zuletzt be-wohnt hatte. Er aß ohne Stärkung, er schlummerte ohneErfrischung, und mit einer Treue, die oft von Hunden undselten von Menschen gezeigt worden ist, härmte er sich undstarb innerhalb des Jahres, das auf den erzählten Unglücks-fall folgte.
Die Familie Ashton überlebte nicht lange die von Ravens-wood. Sir William Ashton überlebte seinen ältesten Sohn,den Colonel, der in Flandern in einem Zweikampf fiel, undHeinrich, der ihn beerbte, starb unverheirathet. Lady Ashtonwurde sehr alt, und überlebte allein alle die unglücklichenPersonen, die ihr Mißgeschick ihrer Unvcrsöhnlichkeit verdank-ten. Daß sie innerlich Rene gefühlt, und sich mit dem Him-mel, den sie beleidigt hatte, versöhnt haben möge, wir können