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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Genug," sagte Ravenswood,Ihr sollt nicht auf michwarten."

So trennten sie sich, der Colonel Ashton gesellte sich denübrigen Leidträgern zu, und der Herr von Ravenswood nahmsein Pferd, das er an einen Baum hinter der Kirche gebundenhatte. Der Colonel Ashton kehrte mit den Leichengästcn znmSchlosse zurück, doch unter einem Vorwand trennte er sich amAbend von ihnen, und nachdem er seinen Anzug gegen einReitkleid vertauscht hatte, ritt er nach Wolfshope, wo er seinNachtquartier in dem kleinen Gasthofe nahm, um den Mor-gen sein Stelldichein nicht z» verfehlen.

Man weiß es nicht, wie der Herr von Ravenswood denRest dieses unglücklichen Tages hinbrachte. Spät in der Nachtjedoch kam er zu Wolfscrag an, und weckte seinen alten Die-ner Caleb Balderstone, der seine Rückkehr nicht mehr erwartethatte. Unsichere und schwankende Gerüchte von dem traurigenTode der Miß Ashton und von der geheimen Ursache desselben,hatten das Ohr des Alten erreicht, und ihn in Hinsicht deSEinflusses, den dies auf das Gcmüth seines Herrn habenmüsse, mit der größten Unruhe erfüllt.

Das Benehmen Ravenswods war nicht geeignet, diese Be-sorgnisse zu beschwichtigen. Auf des Kellermeisters ängstlichesZureden, daß er eine Erfrischung nehmen mochte, gab er zuerstkeine Antwort, und dann verlangte er plötzlich und ungestümWein, von dem er gegen seine Gewohnheit in starken Zügentrank. Da der Alte sah, daß sein Herr nichts essen wollte, sobat er ihn inständig, ihm zu erlauben, daß er ihm nach seinemZimmer leuchte. Erst nachdem das Gesuch drei oder viermalwiederholt worden war, gab Ravenswood seine Einwilligungdurch ein stummes Zeichen. Doch als Balderstone ihn nach einemZimmer führte, das bequem eingerichtet worden war, und das