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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Ashton hätte einen solchen Schritt nicht gewagt; doch ihrhoher Rang und ihre Charakterstärke setzten sie über de» Ta-del der Welt hinaus, und man sagte von ihr, daß sie zurPflege ihrer Tochter die beste und geschickteste Wärterin undDoctorin der Nachbarschaft gewählt habe, während eine ge-ringere Person in den Verdacht gekommen sein würde, eineGehülfin und Genossin des großen Feindes der Menschheitzum Beistand gerufen zu haben.

Die Hexe begriff ihre Nolle leicht; die Winke der LadyAshton wurden ohne weitere Erläuterung verstanden. Sie warin mancher Beziehung für die Rolle geeignet, die sic spielte,und die ohne Kenntniß des menschlichen Herzens und mensch-licher Schwächen mit Erfolg nicht gespielt werden konnte.Frau Gonrlay bemerkte, daß Lucie bei ihrem Anblick, den wirbereits beschrieben haben, als wir sie in dem Sterbezimmerder blinden Alice fanden, zurückschaudere, und während sieinnerlich das arme Mädchen wegen seines unwillkührlichenAbscheus, womit es sie betrachtete, haßte, fing sie ihr Werkdamit an, daß sie sich bestrebte, die Vorurtheile zu überwin-den , die sie in ihrem Herzen als tödtliche Beleidigungen em-pfand. Dies war leicht gcthan, denn die äußere Häßlichkeitder Hexe wurde von einem Anschein von Güte und Theil-uahme überwogen, woran Lucie in den letzten Zeiten wenigmehr gewöhnt gewesen war. Ihre aufmerksamen Dienste undwirkliche Geschicklichkeit erwarben ihr die Aufmerksamkeit, wennnicht das Zutrauen ihrer Patientin, und unter dem Vorwand,die Einsamkeit des Krankenzimmers zu beleben, fesselte siedas Ohr derselben durch eine geschickte Erzählung von Mähr-chen, denen Lucie aus Neigung und Gewohnheit ein geneigtesGehör schenkte. Die Erzählungen der Frau Gonrlay warenzuerst von einer milden und ansprechenden Art: