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Es wurde dafür gesorgt, daß dies Gerücht auf verschiedenenWegen nach dem Schlosse Ravcnswood gelangen möge,denn LadyAshton wußte wohl, daß dies Gerüchtan Wahrscheinlichkeit ge-winnen müsse, wenn es von verschiedenen Seiten wiederholtwürde. Einige brachten es, wie eine gewöhnliche Nettigkeit, An-dere theilten es als eine wichtige Nachricht mit; bald wurde esLucien mit dem Ausdruck eines boshaften Scherzes in's Ohr ge-flüstert, und bald als eine ernste Warnung an's Herz gelegt.
Selbst der junge Heinrich wurde zum Werkzeug gemacht,um seine Schwester zu quälen. Eines Morgens stürzte er in ihrZimmer mit einem Weidcnzweig in der Hand, der, wie er sagte,für sie so eben ans Deutschland angekommen wäre. Lucie, wie wirgesehen haben, betrachtete ihren jüngeren Bruder als ihren Lieb-ling, und sein muthwilliger und gedankenloser Scherz kam ihr indiesem Augenblick beleidigender vor, als selbst derüberlegteSpvttihres älteren Bruders. Ihr Schmerz jedoch hatte nichts von Un-willen ; sie umschlang den Hals desKnabcn, und sagte mit matterStimme: „Armer Heinrich ! du sprichst nur, was sie dir sagen —"dann brach sie in einen Strom von Thränen ans. Der Knabefühlte sich gerührt, ungeachtet des Leichtsinns seines Alters undCharakters. „Der Teufel hole mich," sagte er, „wenn ich dir nocheinmal eine so ärgerliche Botschaft ansrichte , denn ich habe dichlieber," sagte er, indem er ihr die Thränen wegküßte, „als die An-dern alle zusammen. Du sollst mein graues Pferdchen habenzum Ausreiten, und du sollst cs galloppiren lassen, wenn duwillst, ja du sollst über das Dorf hinausrciten, wenn du Lustdazu hast."
„Was sagst du," versetzte Lucie, „ist mir's nicht erlaubt,hinzureiten, wohin es mir gefällt?"
„Das ist ein Gcbeimniß," sagte der Knabe; „doch du wirst se-hen, daß du nicht über das Dorf Hinausreiten kannst, ohne daß dein