174
zusammengebiffenen Lippe» und mit einen. Frohlocken in ihremstarren Blicke, welches ihre Zuversicht ansdrückte, daß die Hoff-nungen der Schreibenden bald eben so vernichtet sein sollten.
Gewöhnlich trifft es sich, daß der Zufall den Ränken dererbehülflich wird, die sich geschickt eines jeden Wechsels desselbenzu bedienen wissen. Ein Gerücht kam von dem Contincnte, daswie andere Gerüchte der Art ans manchen wahrscheinlichen Um-stand, aber auf keinen wahren Grund gebaut war, meldend, daßderHcrr von Ravcnswood auf dem Sprnng stehe, sich mit einer-reichen und vornehmen fremden Dame zu vermählen. DieseNeuigkeit wurde begierig aufgeschnappt von beiden politischenParteien, die zugleich um Macht und Volksbeliebtheit mit ein-ander kämpften, und die, wie üblich, die geheimstenUmständedes Privatlebens ihrer Gegner aufgriffcn, um politische Er-örterungen daraus zu machen.
Der Marquis von A — gab seine Mcinnng laut und öf-fentlich zwar nicht in den gemeinen, vom Capitain Craigen-gclt ihm zugeschricbenen Ausdrücken, aber doch in einer fürdie Familie Ashton ziemlich beleidigenden Art zu erkennen.Er hielte das Gerücht, sagte er, für höchst glaubwürdig, under wünsche herzlich, daß es gegründet sein möchte. Eine solcheHeirath sei angemessener und rühmlicher für einen geistvollen,jungen Mann, als die mit der Tochter eines alten Whigad-vokatcn, der durch seine Ränke die Familie Ravcnswood fastzu Grunde gerichtet habe.
Die Gegenpartei, welche dem Widerstande, den der Herr vonRavcnswood von Miß Ashtons Familie erfuhr, keine Auf-merksamkeit schenkte, schimpfte auf den Wankelmuth und dieUntreue desselben, als wenn er die junge Lady zu einem Ver-sprechen verlockt, und sic dann willkührlich und launisch umeiner Andern willen verlassen hätte.