tödten lassen, und das Alles darum, weil Ravcnswood seinVermögen wie ein Thor verwaltete."
„Es ist nur zu wahr," sagte Ravenswood, in seinem Ge-wissen betroffen, „die Strafen der Ausschweifung beschränkensich nicht auf die eigenen Leiden des Verschwenders."
„Doch," sagte der Küster, „dieser junge Edgar wird michfür Alles rächen."
„Wirklich ?" sagte Ravenswood, „warum glaubt Ihr das?"
„Man spricht, er wollte die Tochter der Lady Ashton hei-rathen, und wenn ihm diese Lady einmal den Daumen aufsAng' gesetzt hat, dann werdet Ihr sehen, ob er den Kopf >ewieder erheben kann- Ein schlechter Bissen, wenn ich er wäre— Mag sie für sich bleiben, wenn sie Alles, was Ihr nahekommt, mit kochendem Wasser begießen will — Seht, dasSchlimmste, was ich dem jungen Menschen wünschen kann,ist, daß er sich eine Ehre daraus mache, sich mit den Feindenseines Vaters zu verbinden, die ihm seine großen Güter ge-nommen haben und mir meinen hübschen Kohlgarten."
Cervantes macht die richtige Bemerkung, daß Schmeicheleiselbst im Munde eines Narren gefällt, und Tadel sowohl alsLob machen oft Eindruck ans uns, auch wenn wir die Gründeund Meinungen verachten, worauf sie beruhen. Nachdem Ra-venswood nochmals seine Befehle wegen Alicens Bestattungwiederholt hatte, verließ er den Küster mit der schmerzlichenUeberzeugnng, daß die große und kleine Welt über sein Vcr-löbniß mit Lucien nrtheilen würde wie dieser unwissende, selbst-süchtige Bauer.
„Ich habe mich durch meine Herablassung diesen üblen Nach-reden ausgescyt, und man hat mich dessen ungeachtet ver-schmäht! O Lucie, deine Treue muß fest sein und stark wieder Diamant, um mich für die Unehre zu entschädigen, wo-D!e Braut von Lammcrnwor. II. 8