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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Seite
99
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Sil

die Wache bei der Leiche abzulösen, in Erwägung zog. Beijeder anderen Gelegenheit würde die Eile dieser ehrwürdigenSibyllen weit mäßiger gewesen sein, denn die erste war überachtzig Jahre alt, die zweite war gliederlahm, und die drittehatte ein hinkendes Bein. Aber die Pflichten, die man einemVerstorbenen erzeigt, gelten bei dem schottischen Landvolk bei-der Geschlechter für Liebesdienste. Ich weiß es nicht, ob es indem Charakter des Volkes liege, der ernst und schwärmerischist, oder ob es ein Rest des alten Katholicismus sei, wenndie Leichcnfeierlichkeiten immer als eine Festlichkeit für dieLebendigen betrachtet werden^ doch Schmause und sogar Zech-gelage waren und sind die gewöhnliche Begleitung altschotti-scher Begräbnisse. Was der Leichenschmaus oder äirxie, wieer genannt wird, für die Männer war, das war die Einsar-gung der Leiche für die Weiber. Den Leichnam auf einem zudiesem Behufe eigens bestimmten Tische auszustrccken, und ihndann in reine Leinwand und in das wollene Todtengewandzu hüllen, das waren Geschäfte, die man immer den altenWeibern des Dorfes überließ, und die denselben ein sonder-bares und schauriges Vergnügen machten.

Die alten Weiber grüßten RavenSwood mit einem wider-lichen Lachen, das ihn an die Begegnung zwischen Macbethund den Hexen auf der dürren Haide von Forres erinnerte.Er gab ihnen etwas Geld, und empfahl ihnen die Sorge desLeichnams, wozu sie sich willig schickten, indem sie ihm zugleicher Zeit andeuteten, daß er die Hütte zu verlassen habe,damit sie ihr trauriges Geschäft beginnen konnten. Ravens-wood war bereit gleich zu gehen, und er hielt sich nur solange auf, um ihnen die schuldige Aufmerksamkeit für denLeichnam zu empfehlen, und sich zu erkundigen, wo er denKüster finden könne, der den Kirchhof der Einsiedelei be-

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