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später erfuhr, als Ravenswood es bereits verlassen hatte, under fand dann zu viel Vergnügen bei der fremden Dienerschaft,als daß er sich beeilt hatte, nach Alicens Hütte zurückzukehren.Unterdessen schien ihre Seelenangst mit dem Todeskampf ihresLeibes zu wachsen, und, die Worte von Babie, ihrer einzigenWärterin, anzuführen : „sie betete inbrünstig, daß sie den Sohnihres Herrn noch einmal sehen, und ihm die Warnung wieder-holen mochte. Sie starb grade, als die Glocke in dem fernenDorfe eins schlug, und Ravenswood gedachte mit inneremSchauder, daß er den Ton der Glocke im Walde gehört, unddaß er kurz darauf das gesehen habe, was er nun als dasGespenst der Verstorbenen zu betrachten geneigt war."
Sowohl die Achtung, die er der Verstorbenen schenkte, alsauch das Menschengefühl, womit er die bestürzte Dienerin der-selben betrachtete, machten es nöthig, daß er einige Maßregelnergriff, um das Mädchen aus ihrer ängstlichen Lage zu ziehen.Die Verstorbene hatte, wie er vernahm, den Wunsch geäußert,auf einem abgelegenen Kirchhofe begraben zu werden, der inder Nähe der kleinen Schenke zum Fuchsbau lag, die Einsie-delei genannt wurde, und die Gräber von einigen Gliedernder Familie Ravenswood und von vielen ihrer Diener ent-hielt. Ravenswood hielt es für Pflicht, diesen Wunsch, derunter dem schottischen Bauernstände so häufig vorkommt, zuerfüllen, und er sandte Babie nach dem benachbarten Dorfe,um einige Weiber zum Beistand zu rufen, indem er ihr ver-sprach, daß er selbst in der Zwischenzeit bei dem Leichnambleiben wolle, den ohne Wache zu lassen man, wie im altenThessalien, für höchst unanständig hält.
Eine Viertelstunde oder etwas darüber saß er also alleinals Wächter bei der Leiche derjenigen, deren abgeschiedenerGeist, wofern ihn seine Augen nicht wunderlich getäuscht hatten,Die Braut vv» Lammermeor. II. 7