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die Gebrechen dieses Weibes erlogen, um Mitleid zu errege»? —Aber dann, ihre Bewegung glich nicht der einer lebenden Per-son. Muß ich der Volksmeinnng glauben, daß dies unglücklicheGeschöpf einen Bund mit den Mächten der Finsterniß ge-schlossen bat? — Ich will darüber Aufschluß haben — Selbstmeine eigenen Angen sollen mich nicht täuschen."
In dieser Ungewißheit ritt er nach dem kleinen Thürchenvon Alicens Garten. Ihr Sitz unter der Hängebirke war leer,obgleich der Tag schön war, und die Sonne hoch stand- Ernahte sich der Hütte, und hörte darin das Stöhnen und Klageneines Weibes. Man antwortete ihm nicht, als er anklopfte, sodaß er nach einer kurzen Pause die Thüre öffnete, und in dieHütte trat. Es war in der That ein Hans der Einsamkeitund des Schmerzes. Auf einem elenden Bette lag der Leich-nam der letzten Dienerin des Hauses von Ravenswood, dercs vergönnt gewesen war, ans dem Stammgnte dieser Familiezn bleiben. Das Leben hatte sie erst kürzlich verlassen und daskleine Mädchen, das sie in den letzten Augenblicken bedienthatte, rang die Hände und stöhnte vor Furcht und Schmerzüber dem Leichnam seiner Herrin.
Der Herr von Ravenswood hatte einige Mühe, den Schreckendes armen Kindes zn besänftigen, das seine unerwartete Erschei-nung zuerst mehr erschreckt, als ermuthigt hatte, und als ihmdies gelungen war, so war das erste, was das Mädchen äußerte,daß er zu spät gekommen wäre. Als er sich darnach erkundigte,wie er das verstehen solle, erfuhr er, daß die Verstorbene beiihrem ersten TvdeSkampf einen Bauer nach dem Schlosse gesandthabe, um den Herrn von Ravenswovd um eine Unterredung znbitten, und daß sie die Rückkehr des Boten mit der größtenUngeduld erwartet habe. Aber die Boten des Armen sind lang-sam und nachläßig; der Kerl erreichte das Schloß, wie man