und die dringende Einladung, noch einen Tag zu verweilen,ward gegeben und angenommen. Ravenswood hatte beschlos-sen, daß dies der letzte seines Aufenthaltes sein sollte, doches fiel ihm ein, daß er die alte und ergebene Dienerin seinesHauses, die alte Alice, noch nicht besucht habe, und es warnur eine Artigkeit, einer so alten Anhängerin einen Morgenzu widmen.
Dem Besuche Alicens wurde folglich ein Tag geschenkt,und Lucic war Ravenswoods Führerin auf dem Wege- Wahrist's, daß Heinrich sie begleitete, und ihrem Spaziergang denAnschein eines lete-ä-töte benahm, was er in der That war,wenn man die verschiedenen Gegenstände in Erwägung zieht,die den Knaben abhielten, dem ihn begleitenden Paare diegeringste Aufmerksamkeit zu schenken. Bald war cs eineKrähe, die auf Schußweite auf einem Zweige saß, bald sprangein Hase über den Weg und Heinrich und sein Windspielseitab hinter drein, dann hielt er ein langes Gespräch mitdem Förster, so daß er eine Strecke hinter seinen Begleiternzurückblieb, und ein anderesmal ging er, einem Dachsbaunachzuspähen, was ihn ein gutes Stück voraus brachte.
Unterdessen nahm die Unterhaltung zwischen Ravenswoodund Lucicn eine anziehende und fast vertrauliche Wendung.Sie konnte sich nicht enthalten, ihm ihr Mitgefühl über diePein, die er beim Besuche so bekannter und jetzt so veränder-ter Orte fühlen müsse, zu erkennen zu geben, und ihre Theil-nahme wurde so freundlich ausgedrückt, daß sich Ravenswooddadurch in diesem Momente für all sein Mißgeschick entschä-digt fühlte. Eine solche Aeußerung entfiel ihm, und Luciehörte darauf mit mehr Verlegenheit als Mißfallen, welcheUnbedachtsamkeit man ihr verzeihen muß, wenn man bedenkt,daß die Lage, in welche sie von ihrem Vater zu Ravenswood