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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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anhören zu müssen. »Herr von Ravcnswood, hier kommtLockhard, uns zu sagen, daß das Abendessen aufgetragen ist.«

Und in demselben Augenblicke trat Lucie, die seit ihrerAnkunft ihren Anzug gewechselt hatte, zu einer anderen Thureherein. Die ausgezeichnet zarte Schönheit ihres Gesichtes,das jetzt nur von einem Geflechte blonder Locken beschattetwurde, die sylphenartige Gestalt, die des schweren Reitkleidsentledigt, nun in himmelblaue Seide gehüllt war, die Anmuthihrer Bewegungen und ihres Lächelns verjagten mit einerSchnelligkeit, die den Herrn von Ravenswood selbst in Erstau-nen setzte, alle dusteren und unfreundlichen Gedanken, die seinInneres eine Zeit lang umwölkt hatten. In diesen einfachen,kindlichen Zugen konnte er keine Verwandtschaft lesen, wedermit dem Gesicht des filzigen, dünnbärtigen Puritaners undder steifen, verschrumpften Gemahlin desselben, noch mit demdes hochgelahrten Lord Keepers und dessen hochmüthiger Dame;Lucie Ashton erschien ihm ein zur Erde herabgestiegener Engel,der nichts gemein hat mit den elenden Sterblichen, in derenMitte er für einige Zeit seine Wohnstätte nimmt. Das istdie Macht der Schönheit über ein jugendliches, schwärmerischesGemüth.