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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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gereicht hatte, in gestammelten Worten versichern, wie sehr sieüber die Versöhnung ihres Vaters und ihres Retters erfreutsei. Selbst der Staatsmann war bewegt und gerührt durchdie warme, rückhaltslose und edelmüthige Selbstverleugnung,womit der Herr von Ravenswood der Familienfeindschaft ent-sagte, und ohne Bedenken ihn um Verzeihung ansprach. SeineAugen glänzten, als er ans die beiden jungen Leute blickte,die sich ohne Zweifel liebgewinnen mußten, und die für ein-ander geschaffen schienen. Er dachte daran, wie hoch Ravens-wood mit seinem stolzen und ritterlichen Charakter unter Um-ständen steigen könne, unter denen er sich selbst durch seine ge-ringe Abkunft und die Schüchternheit seines Gemüthes zurück-gehalten fühlte. Dann seine Tochter sein Liebling, seinebeständige Begleiterin, schien dazu geschaffen, in einer Verbin-dung mit einem so gebietenden Charakter wie der von Ravens-wood glücklich zu leben, ja die feine und zarte Gestalt vonLucie Ashton schien die männliche Stärke von Ravenswoodals Stütze nöthig zu haben. Und es war nicht bloß währendeiniger Minuten, daß Sir William Ashton diese Heirath alsein wahrscheinliches und selbst wünschenswerthes Ereigniß ansah,denn es verlief eine volle Stunde, bis seine Vorstellung durchden Gedanken an Ravenswoods Armuth und an das Miß-fallen von Lady Ashton gestört wurde. Es ist gewiß, daß derungewöhnliche Zudrang schöner Gefühle, von denen sich derLord Keeper also ergriffen fühlte, ein Umstand wurde, der dieLiebe von Ravcnswood und seiner Tochter sehr ermuthigte,und beide Liebenden zu dem Glauben verleitete, als wenn ihreVerbindung ihm höchst angenehm sein müsse. Er selbst schiendiese Wahrheit gefühlt zu haben, denn, wenn er lange nachder unglücklichen Catastrophe seine Hörer warnte, den Gefühlennicht die Oberhand zu lassen über das Urtheil, so versicherte