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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Partei zu sehen. Seine zeitbeobachtende Gabe war wohl bekannt,und erweckte die Verachtung bei den kühneren Häuptern der beidenParteien. Doch seine Talente waren nützlich und anwendbar, undseine Rechtskenntniß wnrde hochgeachtet, und hierdurch bedeckteer andere Mängel so gut, daß die Machthaber froh waren, seineDienste empfangen und belohnen zu können, jedoch ohne ihm einunbekränztesVertrauen und eine vollkommeneAchtung zu schenken.

Der Marquis von A hatte allen seinen Einfluß aufgebo-ten, um eine Veränderung im schottischen Cabinet zu bewirken,und seine letzten Pläne waren so wohl angelegt, und so ge-schickt unterstützt worden, daß ihre glückliche Ausführung fastgewiß schien. Doch fühlte er sich weder so stark, noch so selbst-vertrauend, daß er es vernachlässigt hätte, neue Streiter zuseiner Fahne zu werben. Die Gewinnung des Lord Keeperswurde für nicht unwichtig gehalten, und ei» Freund, der dieVerhältnisse und den Charakter desselben kannte, wurde zuseiner politischen Bekehrung ausersehen.

Als dieser Herr, dessen eigentlicher Zweck unter einem Höf-lichkeitsbesuch verborgen gehalten wnrde, auf RavenswoodCastle ankam, fand er den Lord Keeper von der Besorgnißbeunruhigt, daß seine persönliche Sicherheit von dem Herrnvon Ravenswood bedroht sei. Die Sprache, welche die blindeSibylle, die alte Alice, gegen ihn geführt hatte; die unerwar-tete Erscheinung von Ravenswood mit Waffen in der Schloß-gemarkung, unmittelbar darauf als er vor ihm gewarnt wor-den war; die kalte und stolze Begegnung, die er für den Dankerfuhr, womit er ihn für seine Hülfe in der Roth belud, diesAlles hatte einen tiefen Eindruck auf Sir William gemacht.

Sobald der politische Agent des Marquis merkte, woher derWind blase, so begann er Zweifel und Besorgnisse einer anderenArt zu erwecken, die den Lord Keeper kaum weniger beunruhigen