Druckschrift 
16 (1851) Die Braut von Lammermoor
Entstehung
Seite
130
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Aufschrift: An den Hochedlen Herrn von Navenswood,unfern geehrten Verwandten Eile, eile, eile, reit undrenn', bis dies übergeben ist.

Was haltet Ihr von diesem Briefe, Bucklaw?" sagte Ra-venswood, nachdem sein Gefährte den Sinn desselben und fastalle Worte entziffert batte.

Wahrhaftig, die Meinung des Marquis ist ein so großesRäthsel, wie seine Handschrift. Er bedarf wirklich des Weg-weisers des Witzes oder des Vollständigen Brief-stellers, und wäre ich an Eurer Stelle, ich würde ihm einExemplar durch seinen Boten senden. Er schreibt Euch rechtartig. Eure Zeit und Euer Geld in diesem schlechten, dummen,unterdrückten Lande zu verlieren, ohne Euch nur ein Obdach inseinem Hause anznbieten. Meine Meinung ist, er hat einen Planim Auge, bei dem Ihr ihm nützlich sein könnet, und er wünschtEuch zu halten, bis derselbe reif ist, mit dem Vorbehalt, Euchden Rücken zu wenden, wenn sein Complott fehlschlägt."

Sein Eomplott? Ihr glaubt also, daß es sich um Hoch-verrat!) handelt," antwortete Ravenswood.

Was sollte es sonst sein ?" erwiderte Bucklaw;der Marquiswar längst verdächtig, ein Auge ans St. Germain zu haben."

Er sollte mich nicht so schnell in ein solches Unternehmenverwickeln," sagte Ravenswood;wenn ich an die Zeiten Karls I.und des II. denke und an die des letzten Jakobs, dann seh'ich als Mann und Patriot keinen Grund, mein Schwert fürihre Abkömmlinge zu ziehen."

Hum!" versetzteBucklaw;Ihr bedauert also die ohrgestußtenHunde, die der ehrliche Claver'sc nach ihrem Verdienst bekandelte?"

Sie waren's, die zuerst den Hunden den Uebelnamen gaben,und sie dann henkten," versetzte Ravenswood.Ich hoffe, den Tagzu erleben, wodemWhig unddemTory Gerechtigkeitwibcrfahren