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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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Zwei sich widerstrebende Leidenschaften lebten nun in seinerBrust: das Verlangen, seines Vaters Tod zu rächen, das sichso seltsam mit der Bewunderung der Tochter seines Feindesvermengte. Gegen das erste Gefühl hatte er gekämpft, biscs zu weichen schien; gegen das letztere unternahm er nichts,weil er sein Dasein nicht ahnete. Daß dies wirklich der Fallgewesen sei, wurde durch seinen wiederholten Entschluß, Schott-land zu verlassen, klar. Doch trotz dieses Entschlusses blieber einen Tag nach dem andern in Wolf's Crag, ohne Mittelzu seiner Ausführung zu ergreifen. Wahr ist's, er hatte aneinige Verwandten geschrieben, die in entlegenen Theilen vonSchottland wohnten, und namentlich an den Marquis von A,und hatte ihnen seinen Vorsatz mitgethcilt; und wenn ihnBucklaw in dieser Rücksicht drängte, so pflegte er vorzuschützen,daß er nothwendtg die Antworten, namentlich die des Mar-quis abwarten müsse, ehe er sich entscheiden könne.

Der Marquis war reich und mächtig, und wiewohl er imVerdacht stund, der durch die Revolution gegründeten Regie-rung von Herzen nicht günstig zu sein, so hatte er doch Gewandt-heit genug in dem schottischen Geheimrath eine Partei zu leitendie mit der Hohen Kirchenpartei in England verbündet, undmächtig genug war, die Partei, welcher der Lord Keeper anhing,mit einem wahrscheinlichen Umsturz zu bedrohen. Die Be-fragung einer so wichtigen Person war eine annehmbare Ent-schuldigung, deren sich Ravenswood gegen Bucklaw und wahr-scheinlich gegen sich selbst bediente, , um seinen Aufenthalt inWolf's Crag zu verlängern, und sie gewann an Gültigkeitdurch das allgemein umlaufende Gerücht von einem Wechselder Minister und der Maßregeln der schottischen Regierung.Diese Gerüchte, fest behauptet von den Einen und eben so festgeleugnet von den Andern, je nachdem Wünsche und Vortheile