114
den waren, bedeckten den geplatteten Boden mit ihren Trüm-mern. Die Silbergeschirre, die man von Freunden und Ver-wandten entlehnt hatte, waren sorgfältig bei Seite geschafftworden, sobald das eben so unnöthige, als unzeitige Festge-pränge geendigt war. Kurz, nichts blieb zurück, das Wohl-stand ankündigte; Alles zeigte die stattgehabte Schwelgerei unddie gegenwärtige Verlassenheit. Die Wandbekleidung vonschwarzem Tuch, die bei dem Trauerfest die zerfetzte und motten-zerfressene Tapete ersetzt hatte, war znm Theil abgerissen, undschwebte in unregelmäßigen Falten von der Wand herab, derenungetünchte und unbearbeitete Mauersteine dadurch sichtbarwurde. Die umgcworfenen oder in Unordnung gebrachtenSitze zeugten von der leichtsinnigen Verwirrung, die das Trauer-gelage beschlossen hatte. „Dies Gemach," sagte Ravenswood,die Lampe hoch haltend — „dies Gemach, HerrHayston, warvoll Saus und Braus, als es voll Trauer sein sollte; so mußes denn von Rechtswegen jetzt voll Trauer sein, wo es vollLust sein sollte."
Sie verließen das trostlose Gemach, und stiegen die Treppehinauf, und nachdem sie noch ein paar Thüren vergebens ge-öffnet hatten, gingen sie nach einem kleinen, mit Matten be-deckten Vorzimmer, wo sie zu ihrer großen Freude ein ziem-lich gutes Feuer fanden, das Mysie mit Befolgung der Noth-und Hülfsmittel Calebs durch allerlei brennbare Dinge ver-größert batte. Seelenvergnügt, mehr Bequemlichkeit zu finden,als das Schloß zu bieten schien, rieb sich Bncklaw tüchtig dieHände über dem Feuer, und horchte mit mehr Behaglichkeitauf die Entschuldigungen, welche der Herr von Ravenswoodvorbrachte, „Wohlbehagen," sagte er, „kann ich Euch nichtverschaffen, denn ich habe es für mich selbst nicht; es ist langeher, daß diese Wände nichts davon wissen, falls sie es je ge-