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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
Entstehung
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Das Brausen der See hatte ihnen schon längst die Nähe derKlippen angekündigt, auf deren Gipfel der Stammvater desGeschlechts gleich dem Meeradler seinen Horst gegründet hatte.

Der blaffe Mond, der bisher mit fliehenden Wolken ge-stritten, trat hell hervor, und zeigte ihnen den einsamen undnackten Thurm auf einer in das deutsche Meer hinansragen-dcn Klippe. Auf drei Seiten war der Fels unzugänglich;auf der vierten, der Landseite, war er sonst von einem künst-lichen Graben und einer Zugbrücke beschützt gewesen, aber dieletztere war zerbrochen und eingestürzt, und der crstere war zumTheil ansgefüllt, so daß er einem Reiter den Weg nach demengen Hofraum gewährte, der von zwei Seiten von baufälli-gen Ställe» und Wirthschaftsgebäuden, und von der Land-seite von einer mit Zinnen versehenen niedrigen Mauer cin-geschlossen war, während die übrige Seite des Vierecks vondem Thurme selbst eingenommen wurde, der eng und hoch,von graulichen Steinen gebaut, im Mondlicht erschien wie einschimmerndes, ungeheures Riescnscepter. Eine wildere, unheim-lichere Wohnung könnte man sich schwerlich vorstellen. Dasschwere und dumpfe Gebraus der Wogen, die sich ohne Anf-hören tief unten am Fuße des Felsen brachen, war für dasOhr, was die Landschaft für das Auge war der Ausdruckdüsterer, ja fast furchtbarer Eintönigkeit.

Obwohl die Nacht noch nicht sehr vorgerückt war, so be-merkte man doch kein Lebenszeichen in dieser verlorenen Be-hausung, ausgenommen, daß ein einziges der schmalen Gitter-fenster, die unregelmäßig in den Wänden des Gebäudes sichzeigten, in einem matten Lichte schimmerte.

Da wohnt," sagte Ravenswood,der einzige Diener, derdem Hanse Ravenswood übrig geblieben; und es ist gut, daßer hier geblieben, denn sonst hätten wir wenig Hoffnung, Licht