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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
Entstehung
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Der Mann, dessen gelegener Dazwischenkunft sie so vielverdankten, schien nicht Willens, sein gutes Werk halb been-digt zn lassen. Er hob Lucie vom Boden ans, und trug sieauf den Arme» durch den Forst, mit dessen Pfaden er sehrbefreundet zu sein schien; und er stund nun nicht eher still,bis er sie sicher neben einer klaren und reichhaltigen Quelleniedcrgelegt batte, die einst im gvthischcn Geschmack bedeckt,umgeben und verziert gewesen war. Aber der Bogen, der siebedeckt hatte, war nun zerrissen und cingestürzt, das gothischeWasserbecken war zerbrochen und zertrümmert, und die Quelleschoß ans ihrer Höhle zum lichten Tag heraus, und schlän-gelte sich durch die zerbrochenen Bildwerke und bemoostenSteine, die zerstreut um sie her lagen.

Die Ueberlieferung, die überall, wenigstens in Schottland,geschäftig ist, jeden an sich reizenden Ort mit einer Legende zubeschenken, hatte diese Quelle besonders merkwürdig gemacht.Eine reizende Jungfrau traf hier einen Lord von Ravenswovd,während derselbe jagte, und fesselte gleich einer zweiten EgeriaLas Herz des feudalen Numa. Da die geistige» Reize der Nympheden Sieg behaupteten, den ihre Schönheit errungen hatte, undda das Geheimniß ihrem Liebesverhältnisse Würze gab, so kamensie in der Folge öfter zusammen, und immer bei Sonnenunter-gang. Sie erschien und verschwand immer nahe bei der Quelle,mit welcher sie, wie ihr Liebhaber glaubte, in einer geheimenBeziehung stehe. Sie machte gewisse beschränkende Bedingungenfür die Zusammenkünfte, was ebenfalls nach Geheimniß schmeckte.Sie kamen nur einmal in der Woche zusammen; der anscrseheneTag war der Freitag, nnd sie erklärte dem Lord von Ravens-wood, daß sie unter der Nothwendigkeit stünden, sich zu trennen,sobald die Glocke in der Einsiedelei der benachbarten Waldkapelledie Vesper läute. Bei Gelegenheit der Beichte vertraute der