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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
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einer alten Eiche zu bewundern, bald die unerwartete Ver-änderung, wenn der Pfad in langen Gewinden plötzlich einenHöhepunkt erreichte, wo er eine weite Aussicht auf die untenliegende Ebene gab, und dann, allmählig sich wieder zwischenFelsen und Dickicht hinschlängclnd, zu noch einsameren Par-tien führte.

Als sie sich bei einer schönen Aussicht verweilten, sagte Lucieihrem Vater, daß sie nun nahe bei der Hütte ihrer blindenprotexüe wären; und ein Schneckenpfad, den die Tritte deralten Blinden gebildet hatten, leitete sie von dem Hügel herab,und zeigte ihnen im Hintergründe eines finstern Thals dieHütte, welche absichtlich an diesem Ort errichtet worden zusein schien, um den verfinsterten Zustand ihrer Bewohnerinauszudrücken.

Die Hütte stund dicht an einem hohen Felsen, der etwasüber sie herüberragte, als drohe er, ein losgerissenes Stück vonseiner Stirn ans die zerbrechliche Wohnung herabzuwerfen.Sie war von Torf und Steinen gebaut, und roh mit Strohgedeckt, das hie und da verwittert war. Der dünne blaueRauch stieg von ihr in einer lichten Säule, und wand sich ander weißen Fläche des überhangenden Felsen empor, was die-semIBilde einen ausnehmend sanften Anstrich gab. In einemkleinen, kunstlosen Garten, der von Holundergebüsch, das einenunvollständigen Zaun bildete, umgeben war, saß bei den Bie-nenstöcken, von deren Ertrag sie lebte, das alte Weib, das zubesuchen Lucie ihren Vater hierher gebracht hatte.

Welches auch das Mißgeschick dieses Weibes gewesen seinmochte, welches auch das Elend ihrer gegenwärtigen Lage war,so viel konnte man auf den ersten Blick erkennen, daß wederAlter, noch Armuth, weder Unglück, noch Gebrechen, den Geistdieses außerordentlichen Wesens gebrochen hatten.