zu entfernen. Die Namen der meisten Beteiligten mußten,wie der Vorfall selbst, übel in dem Ohre seiner Collegen klin-gen, und, wie er leicht vvraussah, dieselben aufgelegt machen,wenigstens i» terrorcm ein Excmpel an dem jungen Ravens-wood zu statuiren.
Es war indcß ein kitzlicher Punkt, solche Ausdrücke zuwählen, die des jungen Mannes Schuld andeuteten, ohne dieseAbstcht allzudeutlich zu verrathen, was von Seiten des SirWilliam Ashton, dem Feinde des alten Ravenswood, gehässighätte erscheinen können. Während er mit der Abfassung be-schäftigt war, und nach Worten suchte, Edgar Ravenswoodals den hauptsächlichsten Aufruhrstifter zu bezeichnen, ohne ihnausdrücklich also zu nennen, warf er in einer Zwischenpausezufällig den Blick nach oben, und sah da auf einem der Trag-balken, auf denen die gewölbte Decke ruhte, das geschnitzteWappenbild der Familie, für deren Erben er seine Pfeileschnitzte und seine juristischen Netze stellte. Es war ein schwar-zer Stierkopf mit dem Spruche: „ich erharre meine Zeit",und der Vorfall, der seine Annahme veranlaßt hatte, vermischtesich seltsam und lebendig mit den gegenwärtigen Betrachtun-gen von Sir William.
Eine gangbare Sage erzählte, daß ein Malisius von Ra-venswood im dreizehnten Jahrhundert durch einen mächtigenEindringling seiner Burg und seines Landes beraubt wordensei, und daß der letztere sich eine Zeit lang ungestört seinesRaubes erfreut habe. Am Ende, bei Gelegenheit eines Schmau-ses, stahl sich Ravenswood, der seinen Zeitpunkt ausersehenhatte, mit einer kleinen Anzahl getreuer Anhänger in dasSchloß. Die Gäste erwarteten mit Ungeduld den Beginn desMahles, und der derzeitige Herr des Schlosses forderte es mitlauter Stimme. Ravcnswood, der bei dieser Gelegenheit dieDie Braut von Lammermvvr. I. 4