ihr dienlich war, insofern er Bereitwilligkeit für ihre Forderungund Gehorsam für ihre Befehle erzwang, aber eben so schäd-lich, weil er sich mit Neigung und Achtung nicht verträgt-
Selbst ihr Gemahl, auf dessen Glücksstand ihre Gabeneinen so mächtigen Einfluß ausgeübt hatten, betrachtete fle,wie man sagte, mehr mit Ehrfurcht als mit Zutraulichkeit»und das Gerücht sagte, daß er oft seine Große als durchhäusliche Knechtschaft theuer erkauft betrachtet habe. Dochhierüber mochte es mehr Vermuthungen geben als reine Ge-wißheit, denn Lady Ashtvn betrachtete die Ehre ihres Man-nes, wie ihre eigene, und begriff cs wohl, wie sehr dieselbe inden Augen der Welt leiden würde, wenn er als ein Knechtseines Weibes erschiene. Bei allen ihren Behauptungen wurdeseine Meinung als untrüglich angeführt; sein Geschmack wurdebefragt, sein Gutachten eingeholt mit einem Anschein von Zu-trauen, wie ein getreues Weib einem Gemahl von Sir Wil-liam Ashton's Rang und Charakter schuldig zu sein scheinenmochte. Aber hinter diesem Allem war etwas, das wie falschund hohl klang, und denen, welche dies Ehepaar näher undvielleicht schadenfroher betrachteten, schien es offenbar, daß dieLady mit ihrem festeren Charakter, ihrem vornehmeren Ge-schlecht und ihrem entschlosseneren Ehrgeiz auf ihren Gemahlverächtlich herabgesehen habe, und daß er eher mit eifersüch-tiger Furcht als mit Liebe oder Bewunderung zu ihr hinauf-geschen.
Immer jedoch blieb in der Hauptsache der Wille von SirWilliam Ashton und seiner Lady ein und derselbe, und fle ver-fehlten nicht, in Uebercinstimmung zu handeln, obwohl ohneHerzlichkeit, und bei allen Gelegenheiten Beweise einer gegen-seitigen Achtung, um desto sicherer die der Welt zu bewahren,einander abzulegen.